BARUCH (zu ihm empor):

Hananja, Gottes Gesandter, siehe, dein Volk dürstet nach deiner Rede! Gieß aus die Welle deines Wortes über sie, daß Kraft ihnen entbrande, mache fruchtbar unsern Ingrimm und ziele unsern Zorn. In deinen Händen liegt Jerusalems Schicksal!

DIE MENGE:

Gieß aus Gottes Wort über uns ... Die Verheißung verkünde ... Sage, sollen wir ausziehen ... Gottes Wille laß uns wissen ... belehre dein Volk, du Bote des Herrn, belehre den König ... oh, sprich die Verheißung ... sieh unser Schwanken ... erwecke unser Herz.

HANANJA (vor die Schwelle des Tempels tretend, pathetisch):

Selig deine Frage, selig deine Stimme, selig du selber, Volk von Jerusalem, daß du sie endlich aufhebst zum Schrei! Denn Schlaf war gefallen über dich, ein Ohnmächtiger bist du gelegen in den Sielen der Knechtschaft, Jerusalem, und die Völker sind geschritten über dich wie über einen Trunkenen, sie haben gespien auf dein Gewand, und sie haben gelacht deiner Blöße. Aber ein Ruf ist gegangen an die Schläfer, eine Botschaft an die Verträumten, und ich will sie künden euch Gotterweckten.

DIE MENGE (bricht in fanatische Jubelschreie aus):

Höret ihn!... Erweckte sind wir ... wahrlich, wie im Schlafe sind wir gelegen ... sage, Meister, ist es Zeit ... sag an, ist es die Stunde ...

HANANJA:

Wie lange noch wollet ihr euch gedulden der Taten, da Gott euch erweckte ... wie lange stille sein, da der Herr euch gerufen? Gott dürstet, denn leer sind seine Krüge, Gott hungert, denn gebrochen sind seine Altäre, Gott friert, denn geraubt ward der Schmuck seiner Fliesen, Gott leidet, denn es spotten sein die Priester Baals und die Knechte der Astaroth! Er harret euer, daß ihr ihn erlöset, und wie im Schlafe habt ihr gelegen; er winket zu sich euch, aber ihr rühret euch nicht im Joche. So werfet ab das Joch, reißt euch los von den Ketten, die Posaune laßt schallen und erklirren das tödliche Erz; Gott hat euch wach geschrien, so kämpfet für ihn!