Noch einmal willst du ... noch einmal allein gegen alle ... mächtig ist die Gewalt, die dich treibt, Jeremias ... ich habe dich gesehen unter meinem Schwert, und dein Auge war klar ... Jeremias ... einen Feigen habe ich dich geschmäht und einen Weichling vor dem Volke ... Doch ich sehe, daß du stark bist in deinem Willen wider den Tod ... Jeremias ... ein Gewaltiges kündest du mir ...

JEREMIAS:

Wenn du mich ehrest, so hilf mir ... auf, stütze mich, daß ich wider sie schreite ... daß ich rette Zion vor dem Verderben ...

BARUCH (ihn stützend):

Ich ... helfe dir ... Jeremias ... wider meinen Willen und meinen Glauben ... denn Macht ist in dir, die mich zwingt ... wie heiß dein Auge brennt im Willen ... Einen Schwachen und Scheuen vermeinte ich dich, darum stand ich wider dich, der du schmähtest die Tat und den sanften Frieden gefordert.

JEREMIAS:

Meinst du, der Frieden sei eine Tat nicht und aller Taten Tat? Tag um Tag mußt du ihn reißen aus dem Maule der Lügner und aus dem Herzen der Menschen; als einer mußt du stehen gegen sie alle, denn immer ist das Lärmen bei den vielen und die Worte bei der Lüge. Stark müssen die Sanftmütigen sein, und die den Frieden wollen, stehen im ewigen Streit. Oh, ich weiß, daß ich in Fluch gehe und sie Tod wider mich werfen, aber ich fürchte mich nicht, denn Gottestat muß ich tun, und wer Gottestat will, darf nicht ängstig sein vor der Menschen Haß.

BARUCH:

Nicht gehe ... nicht gehe allein ... nichts vermagst du wider sie ...

JEREMIAS: