Colonna war kaum einige Minuten davon, als man auf der Straße von Valmontone von weitem eine große Schar Berittener nahen sah; das waren die Sbirren und ihr Bargello, die Bandini geleiteten, und alle Herren, die zu den Orsini hielten. In ihrer Mitte befand sich Balthasar Bandini, von vier rotgekleideten Scharfrichtern umringt; sie hatten Befehl, das Urteil der ersten Instanz zu vollstrecken und Bandini sofort zu töten, wenn die Anhänger der Colonna daran wären, ihn zu befreien.
Die Reiter Colonnas waren kaum am andern Ende der Lichtung angelangt, als man die ersten Flintenschüsse aus dem Hinterhalt beim Holzverhau auf der Straße hörte. Sogleich setzte er seine Reiter in Galopp und richtete seinen Angriff auf die vier rotgekleideten, Henker, die Bandini umgaben.
[Wer] werden nicht im genauen Verlauf diesem kleinen Handstreich folgen, der nicht einmal dreiviertel Stunden dauerte; überrascht flohen die Anhänger der Orsini nach allen Richtungen, aber bei der Vorhut wurde der 247tapfere Hauptmann Ranuccio getötet, und dieses Ereignis hatte einen verhängnisvollen Einfluß auf das Schicksal Brancifortes. Kaum hatte dieser einige Säbelhiebe ausgeteilt, um sich an die rotgekleideten Männer heranzuarbeiten, als er sich Fabio Campireali gegenüber befand.
Auf einem schnaubenden Pferd und mit goldenem Kettenhemd bekleidet, schrie Fabio:
„Wer sind diese maskierten Schufte? Laßt uns ihre Masken mit einem Säbelhieb zerschneiden! Seht, wie ich das mache!“
Fast im gleichen Augenblick erhielt Giulio Branciforte von ihm einen Säbelhieb über die Stirn. Dieser Schlag war mit solcher Geschicklichkeit geführt, daß das Leinen, welches sein Gesicht verhüllte, fiel, als seine Augen durch das Blut geblendet wurden, welches aus dieser übrigens harmlosen Wunde floß. Giulio ritt abseits, um Zeit zum Aufatmen zu gewinnen und sein Gesicht abzuwischen. Er wollte sich um keinen Preis mit Helenas Bruder schlagen, und sein Pferd war schon einige Schritte von Fabio entfernt; da erhielt er einen wütenden Säbelhieb über die Brust, der dank seinem Kettenhemd nicht durchdrang, aber ihm für einen Augenblick den Atem nahm. Fast gleichzeitig hörte er in seine Ohren schreien:
„Ti conosco, porco! Kanaille, ich kenne dich! So verdienst du also dein Geld, um deine Lumpen abzulegen?“
Giulio, in solcher Weise gereizt, vergaß seinen Vorsatz und stürzte sich wieder auf Fabio:
„Ed in mal ponto tu venisti!“ rief er aus.
Nach einigen heftigen Säbelhieben fiel das Gewand, das ihre Panzerhemden bedeckte, nach allen Seiten. Das 248Panzerhemd Fabios war vergoldet und prächtig, das Giulios so gewöhnlich wie nur möglich.