Im rechten Chorschiff.

Im selben Styl und zu gleicher Zeit (1890) sind:

  1. der Josefsaltar und
  2. der Altar des heiligen Stefan gebaut. Die Statuen beider Altäre sind von Erler. Beachtenswerth ist auch die schöne Anordnung der Altäre rechts und links: Links der Heilige Benedict, der Verfasser der Regel für die abendländischen Mönchsorden, rechts der heilige Stefan, der Verfasser der charta charitatis, der Grund- Constitution des Cistercienser-Ordens, welche der Heilige in der Hand hält; links der heilige Leopold, der Gründer des Stiftes, rechts der heilige Josef, der Patron der ganzen Kirche; links der heilige Bernhard, der größte Heilige des Ordens und rechts die heilige Maria, die Königin aller Heiligen, sowie der gesammten Christenheit; als Abschluß endlich am Kreuzaltar der gekreuzigte Heiland der Menschen.

Auf dem neu — 1875 — gebauten romanischen Musikchor ist die kleine Orgel mit 11 Register aus der Zeit des Abtes Robert (1728-1755) angebracht, darunter sieht man eine frühgothische, jetzt vermauerte Thür, die in die ehemalige Sacristei führte; davor stehen vier romanische Leuchter aus der Gründungszeit des Stiftes. — Der gothische Taufstein mit Broncedeckel wurde unter Abt Edmund (1841-1877) hergestellt.

Der Kreuzgang.

Vom rechten Seitenschiff des romanischen Theiles der Kirche gelangt man durch eine romanische Pforte (die romanische Thür aus dem Jahre 1884) in den Kreuzgang, der im blühendsten Uebergangsstyle gebaut, mit seinen über 300 rothen Marmorsäulchen einen äußerst prächtigen Eindruck macht. Der Bau stammt seinem architektonischen Charakter nach aus dem Ende des 12. und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ungefähr aus derselben Zeit, wie die Façade der Kirche. Unter dem Herrn Prälaten Grünbeck wurde er restaurirt und 1894 mit einem neuen Pflaster versehen.

a) Fußwaschungsgang.

Eine neue Stiege mit dem Stifts- und Prälatenwappen — 1894 ebenfalls von Professor D. Avanzo ausgeführt — führt in den Fußwaschungsgang, so genannt, weil hier am Gründonnerstage zwölf Greisen von ebensovielen Mitgliedern des Stiftes nach dem Beispiele des Heilandes die Füße gewaschen werden. Dieser Theil enthält überaus werthvolle Glasmalereien aus dem Beginne des 13. Jahrhunderts; besonders reich sind auch die Capitäler, Consolen und Schlußsteine. Die Glasmalereien oben in den Rundfenstern des Fußwaschungs-, Capitelhaus- und Pförtnerganges sind durchaus, die in denen des Refectoriumsganges zum Theil neu. Die beiden Gruppen an den Enden des Fußwaschungsganges, die Büßerin Magdalena und die Fußwaschung sind wie die in diesem Gange angebrachte Session und Kanzel aus der Meisterhand Giulliani's. Die Oelgemälde in den Bogenfeldern, Scenen aus dem Leben des heiligen Bernhards darstellend, stammen aus der Zeit des Abtes Marian I. (1693-1705) gemalt vom Laienbruder Stefan Molitor.

b) Pförtnergang.

Capitäler, Kelchform aufweisend, Consolen und Schlußsteine sind durch reiche Blattornamente geziert. Dieser Gang mit den zwei anstoßenden Travees des Fußwaschungsganges scheint der älteste Theil des Kreuzganges zu sein.