Unterdessen waren Professor Fuchs und Irma auf dem Bahnhof angelangt und schritten ziemlich ungeduldig auf dem überdachten Bahnsteig hin und her, um die Ankunft des Zuges zu erwarten.
„Glaubst du, daß wir sie schnell herausfinden, Onkel?“ fragte Irma.
„Aber natürlich, sie werden Lärm genug machen.“
„Ich bin so schrecklich neugierig; wenn der Zug nur erst käme, es ist nicht mehr auszuhalten!“
Ein schriller, langgezogener Pfiff in der Ferne, ein immer lauter werdendes Getöse verriet, daß die Wartezeit ein Ende hatte.
„Ruhig!“ mahnte Onkel Heinz, als Irma ihn mitten ins Menschengewühl hineinziehen wollte. „Glaubst du, mir macht's Vergnügen, auf meinen schmerzenden Fuß getreten zu werden? Wir bleiben hier stehen, dicht neben dem Eingang, da müssen sie vorbeikommen, und wir können sie nicht verfehlen.“
Irma wäre lieber weitergegangen, aber sie nahm sich zusammen, reckte sich, so viel sie konnte, und bemühte sich, mit ihren scharfen Augen die Erwarteten zu entdecken.
„Ach, ich fürchte, sie sind nicht da,“ flüsterte sie enttäuscht.
„Ich glaube, du bist meine Cousine Irma von Holten,“ sagte plötzlich eine helle Stimme in reinstem Deutsch dicht neben ihr, und vor ihr standen zwei junge Mädchen mit einem Knaben von etwa zehn Jahren.
„Maud! Agnes!“ rief Irma erfreut, „seid ihr's wirklich? Ach wie schön, daß wir euch gefunden haben.“