„Ist etwas geschehen, Großmama?“ fragte Irma erschreckt. „Ist dir nicht wohl?“
„Ich wollte noch mit dir sprechen, Kind.“
Irma schaute der Großmama in das feine Antlitz, das einen sehr strengen Ausdruck zeigte; und als ahne sie den Zweck dieser Unterredung, unterdrückte sie ein Gähnen, blickte nach der Wanduhr und sagte:
„Es ist schon so spät.“
„Das tut nichts. Ich finde keine Ruhe, bevor ich dich nicht gefragt habe, ob du die Absicht hast, Hans Reicher zu nehmen, wenn er sich um dich bewirbt?“
Irma wurde glühend rot.
„Ja,“ sagte sie, und fügte spottend hinzu:
„Findest du das nicht herrlich, solch guten Mann, auf den ihr alle so große Stücke haltet? Diesmal kannst du doch nichts gegen meine Wahl einwenden?“
„Liebst du Hans?“ fragte Ilse streng.
„Ich glaube. Und es ist schon sechs Wochen her, seit Hochstein seine Verlobung anzeigte. Da wird es hohe Zeit, daß er von mir Ähnliches hört.“