„Heizer auf einer Lokomotive,“ wiederholte das junge Mädchen mit größter Gemütsruhe.
„Ist er denn ein Arbeitsmann?“ fragte Irma kleinlaut.
Maud fing an zu lachen.
„Hab' nur keine Angst. Mein John ist Ingenieur und wird übers Jahr zweiter Direktor einer großen Dampfmaschinenfabrik. Aber er muß auch praktisch lernen und daher dient er eine Zeitlang als einfacher Arbeiter.“
„Ein gewöhnlicher Heizer,“ nahm Irma das Wort, und ihre blauen Augen wurden immer größer vor Verwunderung, „mit 'nem Arbeitskittel und schwarzem Gesicht und schmutzigen Händen?“
Maud ärgerte sich ein bißchen, Agnes aber brach in lustiges Gelächter aus.
„Was bist du doch für ein dummes Gänschen, Irma; wenn er sich gewaschen und umgezogen hat, sieht ihm niemand seine Beschäftigung an. John geht nicht in seinem Arbeitsrock in Gesellschaft.“
„Überdies,“ fiel Maud ein, „ist ein Arbeiter bei uns gerade so gut ein Gentleman wie jeder andere, es kommt nur auf die Persönlichkeit an. Uns ist gelehrt, daß keine Arbeit schändet.“
„Da hast du ganz recht,“ meinte Ilse, „aber du mußt es meiner kleinen Irma nicht übelnehmen, daß sie etwas erstaunt ist. Sind die Sitten und Gebräuche in Amerika auch anders, im Grunde genommen haben wir doch dieselben Ansichten. So willst du uns also bald wieder verlassen, Maud?“
„In einem Jahr kommt John, um mich zu holen, Großmama.“