„Ich finde, daß es hier so abscheulich riecht.“

Die alte Dame wurde rot.

„Du kannst deine Bemerkungen für dich behalten, lieber Neffe,“ sagte sie giftig. „Das Fenster — bleibt geschlossen. Ich habe keine Lust, mich dir zu Liebe zu erkälten.“

Wieder setzte sie ihre Unterhaltung mit Maud fort. Karl sah nach Irma hin, die ihm lächelnd zunickte.

„Tante,“ fing er von neuem an.

„Was, kleiner Kerl?“

„Ich hab solchen Durst. Hast du nicht ein Glas Limonade oder Obst für uns?“

„Ein gut erzogenes Kind fordert nicht, sondern wartet, bis ihm etwas angeboten wird,“ entgegnete die Tante streng. „Sind alle Kinder in Amerika so ungesittet und schlecht erzogen wie dieser Junge, Nichte Maud?“

Aber nun war's mit Mauds Selbstbeherrschung vorbei.

„Nein, Tante,“ versetzte sie scharf. „Bei uns sind die Kinder, gerade wie Karl, sehr gut und gesittet erzogen, und die Leute sind gastfrei und freundlich, so daß sie sich wundern, wenn sie bei andern das gerade Gegenteil sehen.“