„Liebling, ich bin so unendlich glücklich.“
Irma wußte selbst nicht, warum ihr eignes Herzchen so heftig klopfte, warum ihr so leicht, so selig zu Mute war. Doch nur um Agnes willen, dachte sie.
„Hat .... hat Ludwig sich erklärt?“ fragte sie leise.
„O Irma, ich glaube wirklich, er liebt mich,“ versetzte Agnes, und ihr heiteres Gesichtchen war eitel Sonnenschein.
Zu weiteren vertraulichen Mitteilungen blieb keine Zeit, denn Gustav und Flora tauchten eben auf. Der jugendliche Künstler sah sehr ernst aus; er ging Hand in Hand mit Flora und schien es nicht zu bemerken, daß die andern sich vielsagend anschauten.
Gemeinsam kehrten sie nach dem Wirtshause zurück. Im Stillen wunderte sich Irma, daß Agnes so heiter war und tat, als sei nichts vorgefallen. Und doch war ihr etwas ganz Besonderes widerfahren. Ludwig hatte ihr seine Liebe erklärt. Irma blickte den Leutnant von der Seite an. Wie hatte sie ihn nur jemals hübsch finden können! Nein, er war gar nicht hübsch, wenn sie ihn mit dem Baron von Hochstein verglich.
Im Garten fanden sie die ganze Gesellschaft beisammen. Onkel Heinz und Hans waren an einem abgesonderten Tisch mit der Bereitung einer Riesenbowle beschäftigt. Verschiedene Flaschen Rheinwein, ein paar Flaschen Champagner, Teller mit Erdbeeren, Pfirsichen und andern Früchten, standen vor ihnen. Die Damen umringten den Professor und wollten ihm einige Anweisungen geben, er aber erklärte, er sei stets wegen seiner Bowlen berühmt gewesen und könne ohne Hilfe fertig werden. Trinken dürften sie davon, um die Zubereitung brauchten sie sich aber nicht zu kümmern. Tante Elisabeth sagte mit saurer Miene, daß sie es ganz unpassend fände, wenn junge Leute so viel tränken, worauf ihr Bruder Fritz lachend erwiderte, sie habe ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht, wenn sie annähme, daß sie allein etwas davon bekäme.
Am andern Ende des Gartens saßen die Studenten. Irma konnte nicht anders; sie mußte dann und wann verstohlen hinsehen, und ihr Herz begann ungestümer zu schlagen, als sie Hochstein aufstehen und von einigen seiner Kommilitonen gefolgt auf sie zutreten sah.
Er näherte sich Frau Gontrau, verbeugte sich ehrfurchtsvoll und begann:
„Haben Sie etwas dagegen, gnädige Frau, wenn wir die jungen Damen und Herren Ihrer Gesellschaft einladen, an einem improvisierten Balle teilzunehmen?“