Aus dem Speisesaal des Hauses erklangen heitere Tanzweisen, und beim Schein der mittlerweile angezündeten Lampen drehten sich verschiedene Paare fröhlich im Kreise.

„Habt ihr Lust, Kinder?“ fragte Ilse freundlich.

„Ach ja, Großmama!“ rief daß junge Volk entzückt. Selbst Floras Augen glänzten, aber sie schlug sie nieder und fragte Gustav sittsam, ob er gern tanze.

Nachdem die gegenseitigen Vorstellungen stattgefunden, bot Baron Hochstein Irma den Arm, und die junge, fröhliche Schar wollte sich entfernen, als der Professor rief:

„Das ist alles gut und schön, aber nach dem Tanze kommen Sie her, meiner Bowle Ehre zu erweisen, ich lade die Herren Studenten zu einem altmodischen Rundgesang ein, an dem wir alle teilnehmen wollen.“

Ein ohrzerreißendes „Vivat“, dann stürmten die jungen Leute in den Saal.

Fritz Müller, der mit seiner Frau dem Tanz zusehen wollte, blieb vor Tante Elisabeth stehen und sagte, ihr lachend den Arm bietend:

„Komm, Schwesterlein mein, wollen wir mal probieren, ob wir das Walzen noch nicht verlernt haben?“

„Du tätest besser, dich nicht so verdreht anzustellen,“ versetzte die alte Jungfer giftig. „Sieh lieber, was deine Töchter treiben; ich für mein Teil finde es mehr als unpassend, die jungen Mädchen mit unbekannten Studenten tanzen zu lassen und noch dazu Maud, die Braut sein will.“

Fritz wurde dunkelrot; die sanfte Marianne schaute ihre Schwägerin vorwurfsvoll an, Großmutter Ilse aber kam beiden zuvor: