Irma schaute entsetzt auf. Hochsteins samtschwarze Augen strahlten, unwillkürlich senkte sie die ihren.

Da schlang er den Arm um sie; sie fühlte sich emporgehoben, ihr war, als schwebte sie. Schneller und immer schneller ward das Tempo. So hatte sie noch nie getanzt. Sie vergaß alles: Hans, der sie, die Lippen zusammengepreßt, mit einem tieftraurigen Ausdruck in seinen treuen Augen ansah; ihre Herzensangst, als der Baron vom Duellieren sprach — sie fühlte nur, wie schön das Leben war, entzückend. Mit geschlossenen Augen und halb geöffneten Lippen gab sie sich dem Zauber dieser Stunde hin und fühlte sich von seligem Traum umfangen.

„Irma, mein Kind, es ist genug, du machst dich zu müde.“

Es war die Stimme ihrer Mutter, die sie zur Besinnung brachte. Noch ganz schwindlig schaute sie sich um, während Hochstein sie zu einem Stuhl führte.

„Gnädige Frau, dies war der letzte Tanz. Die Musik geht schon fort.“

„Um so besser,“ versetzte Ruth, „komm Irma!“

„Auf Wiedersehen, meine Damen.“

Der Baron entfernte sich mit einer tiefen Verbeugung.

„Es ist mir gar nicht lieb, daß Onkel Heinz die jungen Leute zur Bowle eingeladen hat,“ sagte Ruth.

„Weshalb, Mama?“