Das offenstehende Fenster schien dem Feuer bekömmlich zu sein; der Rauch verzog sich, und die Kohlen fingen an zu brennen. Mit einem Seufzer der Erleichterung stand Flora auf.

„Gott sei Dank,“ sagte sie. „Es ist ja sehr schönes Wetter, aber ohne Feuer geht es doch noch nicht.“

„Warum hast du keine Füll- oder Gasöfen?“ fragte Irma, „dann brauchtest du dich gar nicht darum zu kümmern.“

„Ach, die mag Gustav nicht. Er sagt, das sind häßliche, unkünstlerische Dinger; er will das Feuer und die Flammen sehen, das bringt ihn auf gute Gedanken und regt ihn an.“

„So! Aber sag' mal, Flora, du siehst eigentlich sonderbar aus. Gehst du immer in solch einem weißen Kleide?“

Floras Toilette war in der Tat höchst eigenartig. Ihr langes, schleppendes, weißes Gewand, am Halse ein wenig ausgeschnitten, mit weiten, hängenden Ärmeln, und ihr blondes, aufgelöstes Haar, das nur von einem schmalen, goldnen Bande zusammengehalten wurde, erinnerten sehr an Theater oder Maskenball.

„Findest du es nicht schön?“ fragte sie, indem sie sich um sich selbst drehte, damit Irma sie von allen Seiten bewundern könne.

„Ja, es steht dir sehr gut, aber es ist doch ein bißchen komisch, sich so zu kleiden; ich finde es geziert und auffallend.“

„Gustav hat's gern, wenn ich mich so kleide und das Haar aufgelöst trage; dann bin ich in seinen Augen Elsa.“

„Wird er nun bald als Schwanenritter erscheinen?“ fragte Irma spottend.