»Aber wo ist das Große Hauptquartier?« frage ich.

»Das ist Geheimnis«, antwortet Herr von Zimmermann lächelnd.

»Aber wie soll ich dann hinkommen?«

»Der Chef des Generalstabs, General von Moltke, hat Befehl gegeben, daß ein Automobil zu Ihrer Verfügung stehen soll. Sie können jederzeit aufbrechen. Als Begleiter erhalten Sie einen Offizier und einen Soldaten; Sie können in einer Tour Tag und Nacht fahren, aber auch selbst Weg und Reisezeit wählen. Mit einem Wort: Sie haben volle Freiheit.«

»Und dann?«

»Ihr weiteres Geschick hören Sie von Exzellenz von Moltke. Das einzige, woran Sie jetzt zu denken haben, ist, ihn aufzusuchen.«

»Und wo finde ich das Auto?«

»Darüber gibt Ihnen dieses Papier Bescheid.«

Herr von Zimmermann überreichte mir ein vom Großen Generalstab unterzeichnetes Blatt etwa folgenden Inhalts: »Der Inhaber dieses Zeugnisses ist berechtigt, sich des Relais des Kaiserlichen Freiwilligen Automobilkorps bis ins Große Hauptquartier zu bedienen. Was irgendwie seine Reise erleichtern kann, soll zu seiner Verfügung stehen.«

Das Freiwillige Automobilkorps hatte in der Friedrichstraße Nr. 243 sein Bureau; sein Chef war Dr. Arnoldi. Ich fand ihn in einem großen mit Offizieren und Ordonnanzen gefüllten Arbeitszimmer, dessen Tische mit Karten, Papieren und Telegrammen bedeckt waren, und wurde auch hier mit der größten Liebenswürdigkeit empfangen. Zunächst bekam ich eine Karte der großen Relaisstraße zu sehen. Und dann kam die Frage an mich: »Wollen Sie unabhängig von allen Bestimmungen oder wollen Sie Relais fahren, d. h. 700 Kilometer in 16 Stunden, 44 Kilometer die Stunde, in einer Tour?«