Und Strix, die seit der Dämmerung gesucht hat, gelangt allmählich weit umher im Umkreis.

Da, um die Morgenstunde, als sie in die Gegend der Menschennester hinauskommt, hört sie von einem kleinen Haus, das einsam und im Versteck unter einigen hohen Tannen liegt, den schwachen, heißersehnten Laut.

Sie fängt ihn in ihren Ohren auf, betastet ihn gleichsam mit ihren Federhörnern und läßt ihn sich mittels heftiger Pulsschläge in die Brust hineinhämmern. Ihr wird auf einmal so leicht zumute: da sind ja die Jungen!

Sie stehen in einem Gitterkasten auf dem Hofe.

Jäh fliegt sie gegen den Käfig, so daß der Kasten erbebt — und sie und die Jungen vereinen lange ihre Klage.

Wu—hu! Wu—hu! heulen die Kleinen. Und Strix stimmt ein ermunterndes Knappen mit dem Schnabel an. Sie glaubt, daß sie hungrig sind und fliegt davon, um einen Augenblick später mit vollen Fängen zurückzukehren — dann füttert sie ihre Jungen, obwohl diese im Überfluß schwelgen.

Sie will sie mitnehmen, will sie heraushaben — sie zerrt an dem Käfig und reißt an den Gitterstäben.

Da stürzt der Kasten, der auf einem Haublock an der Mauer aufgestellt ist, um und fällt mit lautem Getöse in ein offenstehendes Kellerfenster hinein.

Es ist schon halbhell, und nach einer Weile kommt der Waldhüter Pist heraus. Er glaubt, daß sich die Katze mit dem Kasten zu schaffen gemacht hat, und preßt mit banger Ahnung die Nase gegen die Gitterstäbe. Ein rasendes Fauchen — und beruhigt trägt er den Käfig in die Stube hinein.

Strix sitzt in einer der Tannen und sieht den Menschen herausstürzen und wieder in sein Nest verschwinden. Sie heult — sie ruft — aber niemand antwortet ihr mehr. Da fliegt sie einmal rund im Hofe herum — die Jungen sind weg!