Die nächste Nacht sitzt sie wieder in den Tannen. Sie erblickt den Kasten, der an seinem alten Platz steht — und sie umschwebt ihn voll Wonne, ja, sie wagt sich sogar ganz hinein durch die offenstehende Klappe.

Ach, das Bauer ist leer — die Jungen sind weg!

Einen ganzen Monat lang besucht sie allnächtlich das Menschennest und sitzt da und heult von einer der hohen Tannen am Hause herab; aber niemand antwortet ihr außer einer schwarz und weiß gescheckten Katze.

— — —

Da nimmt sie Uf wieder in Gnaden auf und zieht mit ihm noch tiefer in den Hochwald hinein.

Der Sommer geht zur Rüste ...

Herber Duft von abgefallenem Laub und aufschießenden Pilzen mischt sich mit dem würzigen Brodem der Waldmoose. Die Ebereschen erröten, aber die Becher der Adlerfarnen werden braun und häufen sich zu großen Schanzen unter den Birken auf, deren erste vergilbende Blätter in dem funkelnden Gespinst der Spinne baumeln.

Eine eigenartige Rastlosigkeit ist in die Ameisen gefahren, sie küren nicht mehr zwischen den Insekten und den dürren Zweigen, sondern nehmen mit Fieberhast, was ihnen in den Weg kommt: magere, langbeinige Schnaken und eingetrocknete Blattrippen. Kleine Froschkinder sind überall in Bewegung und spielen den großen schnüffelnden jungen Füchsen manch einen Schabernack.

Da summt eine Biene ... die jungen Füchse schnappen danach, es ist unwiderruflich die letzte Biene des Jahres!

Die Tiere haben Junge geworfen, die Vögel haben ihre Eier ausgebrütet und die Pflanzen haben Samen angesetzt; jetzt ist der große Erneuerer, der Winter, im Anzug.