Die Gebirge auf dem Mond werden schwarz ...
Immer mächtiger, immer blendender erscheint die Himmelskuppel im Osten. Schon schlecken gelbe Flammenstrahlen herauf — und weit draußen am Horizont schlägt gleichsam ein großer Pfau sein prachtvoll bläulich gleißendes Rad. Ein Schimmer vom Tag sickert zwischen den Bäumen herab ...
Strix ist zu sehr in Anspruch genommen von ihrer Jagd; sie achtet nicht auf das Licht, das den Wald um sie her lebendig macht.
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Auf der Leeseite des Waldes, in einem entlegenen Eschenmoor, sitzen Krähen und Dohlen auf ihren Schlafbäumen.
Strix hat in der letzten Zeit zu sehr in Eichhörnchen geschwelgt; sie hat diese leckere Neuigkeit des Jahres der alltäglichen Kost, den Aasvögeln, vorgezogen. Sonst hätten die Krähen keine so ruhige Nacht gehabt!
Wie eine Sternschnuppe sinkt das Eichhörnchen nach einem glücklich ausgeführten Riesensprung quer durch das Krähenvolk hindurch ...
Da stiebt aus den Kronen alter Eschen eine boshafte, morgenverdrießliche Vogelschar auf. Mit Schreien und Flügelschlagen umwirbeln sie die Schlafbäume, kreischen wild und brechen in ein gellendes Gelächter aus.
Über den Waldwipfeln in der Ferne geht gerade die Sonne auf ...
Strix ist mitten zwischen ihnen, ehe sie sich’s versieht. Sie erhaschen einen Schimmer ihrer wolligen dämmerungsfarbenen Flügel, mit denen sie zwischen den Bäumen aus und ein fliegt — und nun stürzen sie sich über sie. Von oben, von unten, von der Seite kommen sie. Die Krähen haben etwas zu rächen. Der große nächtliche Räuber wirkt auf sie wie ein Schlag ins Gesicht, versetzt sie in Wut — sie kennen Strix von mancher Gewalttat her!