Da sind Drohungen, da ist Rache in ihrem Blick!
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Am folgenden Abend ist kein Brand im Sonnenuntergang: das Licht ist hinter Schneetüll verborgen. Ein schwerer, grauer Himmel lauert über der Erde; es schneit hin und wieder — und die vereisten Birkenkronen klirren.
In der freien Luft über dem Walde, wo ein beißend kalter Nebel die höchsten Wipfel verschleiert, sind die Krähen im Begriff, sich zur Nacht zu versammeln. Schon aus der Ferne hört man sie in kleinen Scharen von acht bis zwanzig heranziehen ...
Sie versammeln sich heute abend früh — und wie sie sich in schwarzpunktigen großen Schwärmen rund herum schwingen um den alten, dichten Tannenwald, der sie mit seinem Nadeldach und tausenden von Ruhezweigen anzieht, klagen sie in einem mächtigen Chor ihre Winternot.
Die Krähe gibt in der Regel einem kahlen Schlafast den Vorzug. Sie will am liebsten in der Esche des Moores oder in der alten Buche des Hochwaldes sitzen, um leicht aufhaken und abstreichen zu können. Aber heute abend ist das Wetter ungewöhnlich hart, und der Hunger im Bauch ist nur halb gestillt.
Kra-ah! Kra-ah! singen die schwarzen Vögel — und es liegt etwas bedrückend Unheimliches in ihren Stimmen. Jedesmal, wenn ein neuer kleiner Schwarm von der Tagesarbeit zurückkehrt und sich den Genossen anschließt, erhält der Chor gleichsam neue Unheimlichkeitsnahrung und vermehrt seine Stärke.
Und dann schwindet das Licht — —
Die rund herum segelnden großen Schwärme schweben näher und näher den emporragenden Wipfeln zu, lösen sich plötzlich auf und kuscheln sich in die Nadeltiefe ein. Es ist ein Wohlsein, eine namenlose Erquickung, den Körper unter den warmen Kissen zu bergen. — — —
Aber unten, ganz nahe am Stamm, auf dem knorrigsten Ast thront Strix.