Sie sitzt da und heuchelt einen Knorren.
Mit gespannter Aufmerksamkeit hat sie das Abendgekrächze der Aasvögel verfolgt ... die spielenden Federhörner haben ihre Gemütsstimmung ausgedrückt. Das unheimliche Dämmerungskonzert ist in ihren Ohren zu der lebhaftesten Musik geworden; sie hat mit voller Befriedigung vernommen, wie der Chor wuchs und wuchs, und die Luft von den vielen gespannten Schwungfedern dröhnte.
Jetzt, wo die Krähen wie die Flocken aus einer Schneewolke, die zerstiebt, rings um sie her in die Tannen hinabplumpsen, jetzt, wo sie es endlich in ihrer unmittelbaren Nähe kribbeln hört, wird sie auf ihre Weise dem Ursprung allen Lebens dankbar.
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Ein stumpfrutiger Marder hat die gleichen Absichten wie Strix.
Er spaziert hoch oben in Kronenhöhe durch den Tannenwald; das regnerische Wetter begünstigt auch seine Meuchelmördertaktik.
Er ist an einem Stamme draußen am Rande des Waldes aufgebaumt; jetzt hat er einen Kilometer, oben zwischen den Zweigen balancierend, zurückgelegt.
Niemand ahnt ihn! Er schiebt sich an einem Zweig entlang, der im Winde schaukelt. Faßt dann das Ende des Zweiges und wippt in einen neuen hinüber, an dem er entlang kriecht, bis er im Baum verschwindet. Dann schiebt er sich auf der entgegengesetzten Seite weiter, lauert von Zeit zu Zeit und windet lange.
Es geht nicht in geschwinder Fahrt, wie hinter dem Eichhörnchen drein, aber es eilt ja auch nicht!
Zufällig steuert er geradeswegs auf die knorrige Tanne los, die sich so ungewöhnlich gut zum Lauern eignet.