Der Sturm schaukelt die Tannen, so daß ihre wolligen Zweige in die Höhe schlagen wie ein Kleid, das der Wind gefaßt hat. Es ist dunkel zwischen ihnen wie im Grabe.
Die tagmüden Krähen sind längst eingeschlafen. Der Himmel speit Schnee, und die Schauer treiben Brandung und Sturzseen in den Wald und bringen die Legionen der Tannennadeln zum Kochen und Sieden.
Wer hoch oben auf einem Zweige sitzt und in die Tiefe hinabsieht, dessen Gesicht wird noch dunkler, wer aber von unten heraufkommt und in die Höhe guckt, hat noch eine Chance trotz der Dunkelheit. Er sieht schwarze Krähenleiber auftauchen, als seien es große Tannenzapfen an den Zweigen.
Ein heiserer Todesschrei schleppt sich plötzlich durch die Nacht!
Strix hat lautlos ihren ersten schlafenden Klaus überrascht. Der Ärmste erwacht erst, als er in ihren Fängen eingeklemmt sitzt.
Der Schrei weckt jäh die zunächst schlafenden Kameraden. In das Sturmesgesause mischt sich vereinzeltes Krähengekrächz.
Dann auf einmal flattert es aus allen Tannenwipfeln heraus; gleich großen, verirrten Finsternisflocken schwingt sich Krähe auf Krähe in die Luft hinaus.
Heisere Schreie und langgezogene, wehmütige Klagen steigern das Grauen und das Entsetzen. Sie singen in ihrer Sprache, die schwarzen Aasvögel, über den Verlust und die Vergänglichkeit des Erdenlebens: hier saßen wir so schön, nachdem wir es so schwer gehabt hatten, da, da — —
Strix wütet oben zwischen ihnen. Sie schlägt die Fänge in den Bauch einer zweiten Krähe und macht sie schnell auf ewig verstummen. Sie packt eine neue und noch eine — gar viele schlägt sie nieder in der Schlacht.
Unten aber hüpfte Taa und sammelte eifrig auf ...