Strix hörte die Äxte schlagen und die Sägen schneiden, und spät am Abend, wenn sie ausflog, sah sie neue Haufen gefällter Bäume und geschlagenen Holzes; es lag in langen Streifen hinter den Menschen so wie die verdauten Erdknollen hinter einem Regenwurm.
Eines Tages kommt ein Fuß um die alte hohle Buche herum. —
Schale und Lauf sah man oft um den Baum herum, aber ein Fuß — —
Und Strix sträubt die Hörner.
Nach ihrem langjährigen ungestörten Leben hier draußen im Walde war sie gleichsam in den Urzustand ihres Stammes zurückversetzt. Noch bis vor wenigen Monaten hatte sie nur selten andere Laute gehört als die eigene Stimme und die Stimmen des Waldes und des Sturmes; jetzt steigt ihr ein brenzeliger Geruch wie von sonnengedörrtem Harz und sumpfigem Moor in die Nase, und das Geräusch von Tritten fordert eindringlich, in ihren Ohren zur Ruhe gebracht zu werden. Strix kann nicht recht wach werden — —
Da rafft sie sich auf; sie wird plötzlich schlank, mit übermächtiger Kraft drängt sich ihr die Erkenntnis auf: das ist ja der Mensch!
Ein Reißeisen wird hervorgeholt, und ein Stock mit einem Spatenblatt am Ende fängt an zu kratzen und zu hauen; Strix ist kurz davor, auszufliegen, so genau untersucht der neue Forstmeister die Buche.
Herr du meines Lebens! — entfährt es seinem Munde, und er reißt ein gewaltiges Loch in die Rinde des Baumes ... herunter mit ihm!
Am nächsten Tage kommen die Schritte wieder, das Kratzen und Hauen wiederholt sich.
Aber mehr als zweimal läßt sich Strix nicht in ihrer Tagesruhe stören, ihr Mißtrauen ist erwacht — wie ungern sie es auch tut, sie muß aus ihrer alten Wohnung ausziehen.