Der alte, herrliche Urpelz, den die Erde anhatte — ach, nun waren die Menschen dahinein gekommen!

Es schritt rüstig weiter mit der Zivilisation ... und der Raum, den einst ein alter Fuchs, ein großer Marder oder Uhu inne hatte, um sich darauf zu bewegen, ward kleiner und kleiner.

Und dann eines Tages, als ein armer Edelhirsch, gejagt und verfolgt, sich vor seinen Nachstellern in ein letztes Überbleibsel von Dickung im Westerwald zu retten suchte, stand dort weit hinten auf einem großen Platz, wo die schönste Zierblüte der Kultur, das Wahlvereinsbanner sich entfaltet hatte, ein Reichstagsabgeordneter und befürwortete den Bau einer Lokalbahn.

Da hatte aber Strix den Westerwald schon längst verlassen.

[10. Der Leuchtturmwärter]

Am Auslauf der Förde, wo der Sturm freien Zutritt hatte und wo das Meer schäumte, stand meilenweit ein eigenartiger Streif von Bäumen.

Sie waren zum größten Teil im Laufe der Zeiten von selber gekommen.

Die Vögel hatten sie gesäet und die Tiere hatten sie gepflanzt ... wenn Fuchs und Dachs nach Mäusen stachen, wenn das umherziehende Rehwild nach Dornenbeeren scharrte, hatten die Tiere unbewußt Bäume in die Erde gepflanzt. Sie hatten Eicheln und Bucheckern und Nüsse von der Haselstaude gelegt, sie hatten Ebereschen gepflanzt und das großblumige Geißblatt.

Ganz unten am Rande des Strandes zwischen dem Sand und den Steinen waren die Bäume so winzig klein, daß sie den Namen „Baum“ kaum verdienten. Dann stiegen sie an Höhe, je weiter landeinwärts man kam.

Aber mehr als zweimal Manneshöhe erreichte kein Baum. Selbst einen halben Kilometer weiter hinauf und mit einem halben Kilometer schutzgebenden Schirmes vor sich, erhielt kein Gipfeltrieb Erlaubnis, die einmal festgesetzte Höchstleistung zu überschreiten; der Sturm von der See her war eine Riesenschere, die beständig schnitt und schnitt ...