Da hört er auf einmal ein wunderliches Hallo an sich vorübersausen und weiter durch den Strandwald jagen ...

Es durchschauert ihn eisig. Mit offenem Munde und pochendem Herzen bleibt er stehen.

Einen Augenblick später ist das Hallo wieder da!

Er glaubt, Pferdegetrappel und ein gewaltiges Bellen und Kläffen von Hunden zu vernehmen — und er schlägt die Hände kreuzweise vor die Brust. Ob dies wohl das ist, was Großvater Pibe „König Waldemars wilde Jagd“ nennt?

Die Haare sträuben sich ihm auf dem Kopf, er will davonrennen, da fällt ihm ein, daß das ja das Schlimmste ist, was er tun kann. Er muß nur gehen, gehen — und er eilt dahin, mit hastigen Schritten.

Am nächsten Tage sprach das ganze Dorf von dem Erlebnis des Jungen!

Auf der Bank unter dem kleinen Leuchtturm, wo die alten Seebären bei Sonnenuntergang zusammen kamen und ein Garn spannen, hörte der Leuchtturmwärter eines Abends, daß von Spuk geredet wurde.

— Wo ist der Spuk? — fragte „Vogel“.

Ja, es war hier ganz in der Nähe des Strandwaldes. Kristian Lars’ Sohn, erzählte einer der Fischer, hatte es gehört, und nun vorgestern hatte auch er es gehört. Es war ein eklicher Kram; es heulte und miaute und bellte und kläffte und röchelte wie ein sterbender Mensch. Der alte Niels Pibe, der ja nun nicht mehr aus dem Bett aufstehen konnte, behauptete, es wäre „König Waldemars wilde Jagd“; er sagte, solche nächtliche Jagd habe er, als er ein Junge gewesen war, fast in allen Fördenwäldern gehört, nur viel schlimmer. Da jagte der König mit großem Gefolge und vielen Hunden; jetzt habe sich die Teufelsmusik wohl vermindert.

— Daran sind gewiß die vielen Kirchen Schuld —, fügte der Erzähler gottesfürchtig hinzu.