Da ertönt endlich der Schuß ...

Aber in der Erregung und in der Dunkelheit schießt der Leuchtturmwärter zu hoch; zwei behende kleine Eulen fallen wie zwei Bündel Kleider zur Erde.

Strix macht sich aus dem Staube und nimmt obendrein ihren Hasenbraten mit.

Aber in dem Augenblick, wo sie, von dem Sausen des Sturmes getragen, über die Fichtenwipfel dahinsegelt, ruckt es in ihr. Sie ist in den Wind vom Leuchtturmwärter gekommen, und der beeilt sich und stürmt vorwärts, um seine Beute zu sichern — sie aber öffnet die Fänge und gibt freiwillig ihren leckern Braten preis ... Kladatsch, klingt es, Kladatsch, Kladatsch, so schnell, daß die Kladatsche fast übereinander stolpern.

Und dann ist sie im Sturmgebraus verschwunden.

— — —

Das ist Tag und Jahr her — und vergessen; vergessen war das Ganze. Nicht einmal Erinnerungen an ihre jubelerfüllten Tage waren zurückgeblieben. Nur der Kampf um die Nahrung und der Kampf um das Leben haben sie jetzt seit Jahren in Anspruch genommen; sie ist ein einsamer Vogel und hat sich daran gewöhnt, als sei sie es ihr Leben lang gewesen.

Jetzt plötzlich taucht es alles wieder auf ...

Nicht leibhaftig und in Gestalten geformt, so wie das Menschengehirn es vermag ... nein, nur in fernen unbestimmten Ahnungen. Ihr Gesicht kann täuschen und ihr Gesicht kann vergessen, ihr Gehör nie — und diese, eines Menschen eigentümliche Art zu gehen, hat sich ihr nun einmal unter Umständen, wo ihre Nerven bis aufs äußerste angespannt waren, unauslöschlich eingeprägt.

Ist er es, der lahme Hahn mit dem stinkenden Atem, der ihre Jungen geraubt und sie in einen Bauer gesetzt hat?...