Die Leute, die Kurt Georgi nicht näher kennen und ihm seine tadellose Erscheinung mißgönnen, werfen gerne die nachlässige Bemerkung hin, daß er doch in der Hauptsache nur dekorativ wirke und eine fatale Ähnlichkeit mit den unsäglich vornehmen Dandys habe, wie sie die englischen Familienblätter und die Plakate unserer Zigarettenfirmen schmücken.

Ja, ich darf nicht verschweigen, daß eine junge Dame, die ihn in einem Konzert mit verschränkten Armen an einer Säule lehnen sah, in den erstaunten Ruf ausbrach: »Also den gibt es wirklich!«

Aber ich darf auch nicht verschweigen, daß Kurt Georgi, als ich ihm diese frohbewegten Worte hinterbrachte, mit einem gar nicht dandyhaften, sondern sehr herzlichen und lauten Lachen den Kopf im Sessel hintenüberwarf und ein übers andere Mal »Reizend!« rief.

Denn er ist in Wirklichkeit gar kein Dandy.

Alles dies gehört natürlich durchaus nicht hierher, es soll nur einen Eindruck von dem jungen Manne geben, der, soeben zu mir ins Zimmer tretend, mir mit etwas übertriebener Feierlichkeit das Manuskript der Gespräche im Zwielicht überreicht, das ich ihm zur Durchsicht geliehen hatte.

Die Feierlichkeit hält nicht lange stand, er streift mit einem spitzbübischen Blick den kleinen Tisch, auf dem Kuchen und Zigaretten aufgebaut sind und fragt mit einer leisen, aber betonten Ängstlichkeit in der Stimme:

»Soll ich am Ende auch unter die Zwielichtfreunde in dem Buch eingereiht werden?«

»Keine Sorge,« antworte ich, »der Kreis ist geschlossen. Sie müssen zugeben, elf Freunde sind genug, das Publikum könnte die Geduld verlieren.«

»Und was schlimmer ist,« setzt er hinzu, »es könnte zwölf als ein Dutzend auffassen.«

Ich nicke. »Aber nicht wegen dieser furchtbaren Möglichkeit allein sind Sie ausgeschaltet worden. Es mußte ja auch einer außerhalb bleiben, um unbefangen urteilen zu können und mir dann –«