Aber er fährt in seinem heftigen Tone fort, und seine Augen blitzen mich böse an:

»Beneidenswerte Leute, die so weise sind, daß sie über alles lächeln können. Verspielte Leute, die das Leben zwischen ihren schmalen Händen und spitzen Fingern halten wie ein drolliges und seltsames Spielzeug und es hin und her drehen und lächelnd betrachten. Leute, denen alles zum Spielzeug wird, Worte und Empfindungen und Dinge und Menschen. – Ja, Menschen auch!«

Er schweigt, und ich nehme seine Hand und streichle sie leise.

»Nicht schelten,« sage ich. »Lassen Sie uns spielen! Und lassen Sie uns die Augen wegwenden von dem Abgrund, der überall neben uns klafft, wo wir gehen und stehen, und in den wir versinken müssen, wenn wir hinunterschauen. Lassen Sie uns am Rand spielen, wie Kinder, die von nichts wissen.«

Wir schweigen einen Augenblick, dann sagt er leise, seine Wange an meine Hand gelehnt:

»Wissende Kinder sind es, die die Augen vor dem Abgrund verschließen und mit ihrem eigenen Herzen spielen wie mit der ganzen Welt. – Aber vielleicht ist es doch wahr, daß nichts auf Erden uns so nötig ist wie ein Frauenlächeln, und daß nichts im Leben so ernst und so heilig ist wie das Spiel.«

»Lieber kleiner Dichter,« sage ich und reiche ihm den Rest der Pralinés hinüber, »weise oder nicht, für mich sind Sie ein großer Dichter.«


Hinweise zur Transkription

Das Originalbuch ist in Frakturschrift gedruckt.