Pferde in der Schwemme

Esel und Maultier

[74]. Das Aeußere des Esels.

In früheren Jahren konnte man in der Großstadt häufiger Eselfuhrwerke sehen. Jetzt müssen wir es als ein besonderes Glück betrachten, daß wir ein solches zu Gesicht bekommen und uns näher ansehen können.

Aeußerlich fallen am Esel seine langen Ohren, seine graue Farbe, seine Kleinheit, sein fast kahler Schweif Und seine zierlichen Hufe auf. Er sieht aus wie ein kleines Pferd mit gewissen Abweichungen. Natürlich ist er unserem Pferde nahe verwandt.

Im Volke ist er sprichwörtlich wegen seiner Dummheit, Langsamkeit, Faulheit und seiner Genügsamkeit. Nach allgemeiner Ansicht sind Disteln sein liebstes Futter.

In südlichen Ländern, beispielsweise in den am Mittelländischen Meere gelegenen Staaten wird niemand dieses Urteil unterschreiben. Dort ist der Esel ein unbezahlbarer Gehilfe, der trotz seiner kleinen Gestalt die größten Lasten trägt. Ein altgriechischer Dichter vergleicht einen der stärksten Helden mit einem Esel, um den Kämpfer zu ehren.

Auch hier gibt uns die Abstammung des Esels Aufklärung über die verschiedene Beurteilung des geplagten Geschöpfes. Wildesel leben in den glühend heißen Ländern von Afrika und Mittelasien, und zwar in gebirgigen Gegenden.