einen auf den Esel setzen oder bringen,

was soviel heißt wie einen erzürnen.

Den Esel läuten,

d. h. die hängenden Beine vorwärts und rückwärts baumeln lassen.

Wenn's dem Esel zu wohl ist, dann geht er aufs Eis und tanzt oder er geht aufs Eis tanzen und bricht sich ein Bein.

Das hat gewiß noch niemand gesehen. Aber der Mensch braucht eine Zielscheibe für seinen Spott. Da nun der Esel als sehr dumm gilt, und sich nicht verteidigen kann, so unterstellt man ihm die geschilderte Torheit.

Eselsbrücke.

Nach Grimm versteht man darunter eine Schwierigkeit, vor der Unwissende stutzen, wie der Esel vor einer Brücke.

Diese Erklärung befriedigt nicht, denn das Stutzen des Esels vor der Brücke ist gewiß sehr selten.

Der Lehrer nennt die Uebersetzung, die ein Schüler benützt, eine Eselsbrücke. Das geschieht aus dem Grunde, weil der Esel als Wüstentier sehr wasserscheu ist und statt durchs Wasser zu schreiten, eine Brücke braucht. Der Lehrer meint also: Anstatt mit geringer Anstrengung den lateinischen Schriftsteller zu übersetzen, kaufst du dir eine Uebersetzung. Du machst es also wie der Esel, der ohne Mühe das Wasser durchschreiten könnte, aber statt dessen eine Brücke verlangt. Eselsbrücke heißt also eine ganz überflüssige Erleichterung.