Der Stier oder Bulle heißt auch Farren, während Färse oder Stärke die Kuh ist, die noch nicht gekalbt hat.
Das Rind ist etwas früher reif als das Pferd. Der Stier wird mit 1½ Jahren, die Kuh mit 2 Jahren zur Zucht benutzt. Dementsprechend ist auch ihr Alter etwas niedriger als das des Pferdes.
[97]. Krankheiten der Rinder.
Bereits die Stallhaltung unserer Haustiere ist etwas Unnatürliches. Kommt nun noch die künstliche Anzüchtung der Milcherzeugung hinzu, so dürfen wir uns nicht wundern, daß wir diesen großen Vorzug mit manchen Krankheiten bezahlen müssen. Rinderpest, Maul- und Klauenseuche und Tuberkulose seien an dieser Stelle genannt. Das Aufblähen wurde bereits erwähnt.
Manchmal führen ganz unbedeutende Dinge den Tod einer Kuh herbei. Früher trugen die Mägde keine Kämme im Haar, wie das jetzt der Fall ist. Diese Kämme fallen leicht in das Futter und werden von den Kühen verschlungen. Als Folge davon können Magenverletzungen und Notschlachtungen eintreten. So verliert der Landwirt ein schönes Stück Vieh, das heute ein Vermögen wert ist.
[98]. Das Rind in Redensarten und Sprichwörtern.
Es wurde bereits erwähnt, daß »Rindvieh« oder »Ochse« zur Bezeichnung eines dummen Menschen dient. Ebenso wurden schon die Redensarten angeführt: Auf einem Auge war die Kuh blind und: Er steht da, wie die Kuh vorm neuen Tor. Unter
»ochsen«
versteht man andauernd arbeiten oder »büffeln«.
»Ochsengang«