Man teilt die Schafe verschieden ein. Nach dem Haarwuchs gibt es folgende Rassen: 1. Haarschafe; 2. Mischwollschafe, zu denen die Heidschnucken in der Lüneburger Heide gehören, ebenso das ostfriesische Milchschaf und pommersche Landschafe, wenngleich zu verschiedenen Unterabteilungen; 3. Schlichtwollschafe, zu denen das Rhönschaf und andere Schafrassen in Mitteldeutschland gehören; 4. Merinoschafe, die seit 150 Jahren aus Spanien in Deutschland eingeführt worden sind. Man unterscheidet bei ihnen das Elektoralschaf, Negrettischaf, schließlich das französische und deutsche Kammwollschaf.
Die Engländer haben auch auf dem Gebiete der Schafzucht Hervorragendes geleistet. Durch sie ist das Hammelfleisch wohlschmeckend und fett geworden, was es früher nicht war. Von ihren Rassen sei erwähnt das Leicesterschaf, die Southdowns usw.
Trotzdem man von Niederungs- und Höhenschafen spricht, so stammen auch die Niederungsschafe aus Gebirgen. Und zwar lebten sie an den üppigen Ufern der Gebirgsflüsse.
Die Niederungsschafe, wie das von uns vorgeführte ostfriesische Milchschaf, verlangen daher üppige Weiden. Dafür liefern sie viel Milch und sind sehr fruchtbar.
Sonst sind die Schafe Magerfresser, die bei zu kräftigem Futter leicht erkranken.
Vor 60 Jahren gab es in Preußen etwa 16 Millionen Einwohner und fast genau so viel Schafe. Bei Ausbruch des Krieges hatte das Deutsche Reich gegen 70 Millionen Bewohner und nur 5 Millionen Schafe.
Die Schafzucht ist also ungeheuer gesunken. Früher hatten wir ausgedehnte Weidegründe, die jetzt fehlen.
Das Schaf gehört wie die Ziege zu den paarzehigen Horntieren. Es ist schon vor Ablauf des ersten Lebensjahres fortpflanzungsfähig. Die Tragzeit beträgt etwa 5 Monate. Es kann bis zu 15 Jahre alt werden.
Es ist vielen Krankheiten ausgesetzt. Namentlich leidet es darunter, daß es aus trockenen Höhen vielfach in nasse Niederungen versetzt worden ist. Es stellen sich dann Moderhinke, Regenfäule und ähnliche Krankheiten ein. Auf nassen Weiden bekommt es Bandwürmer, welche die bekannte Drehkrankheit hervorrufen. Diese Bandwürmer stammen vom Unrat des Hundes, weshalb bei Schäferhunden eine Bandwurmkur notwendig ist.
Es gibt Wollschafe und Fleischschafe, da man entweder auf Wolle oder Fleisch züchtet. Doch hat man neuerdings Schafe gezüchtet, die eine Art Mittelstellung einnehmen.