Zwei Glucken sitzen auf Eiern, die täglich ausfallen können. Die Glucken sträuben ihr Gefieder und stoßen einen krächzenden Laut aus, als Onkel Althaus die Eier untersuchen will. Erst ein Ei ist bei jeder Glucke angepickt. Es ist das ein Zeichen, daß das Küchlein mit seinem Eizahn das Gefängnis verlassen will.
Wir müssen am andern Tage wiederkommen. In der Zwischenzeit sind bei jeder Henne ein paar Küchlein ausgekrochen. Sie sind zum Trockenwerden in die sogenannte Küchleinwiege gebracht worden, wo es schön warm ist. Um uns nicht nochmals einen vergeblichen Weg machen zu lassen, zeigt uns Onkel Althaus an mehreren Eiern, wie man das Auskriechen beschleunigen kann. Als erfahrener Geflügelzüchter kann er sich solche Künsteleien erlauben, aber er rät jedem Neuling ganz entschieden davon ab. Denn wenn sich auch nur ein Blutstropfen bei der beschleunigten Geburt zeigt, so ist das Küchlein verloren.
Onkel Althaus wählt natürlich solche Eier, bei denen das Küchlein bereits fast einen Ring um das Ei gepickt hat. Ganz vorsichtig wird nach und nach erst die Schale und dann die dünne Haut entfernt. Man sieht, welche Anstrengungen dem kleinen Geschöpf die Befreiung aus dem engen Kerker verursacht. Nach jeder größeren Anstrengung braucht es Ruhe. Es liegt dann wie leblos, namentlich nachdem es endlich befreit ist. Zunächst gleicht es einem mit nassen Federn belegten Stück Fleisch. Wir staunen, daß ein solcher Körper überhaupt Platz in dem kleinen Ei hatte. Die Zerstörung seiner Hülle verdankt das Küchlein seinem Eizahn. Man muß sehr genau hinsehen, um ihn zu entdecken. Er hat noch nicht einmal die Größe eines Stecknadelknopfes und befindet sich oben auf dem Schnabel.
Der nasse kleine Klumpen, der seinen Kopf in die richtige Lage gebracht hat, erholt sich allmählich und wird zu den übrigen in die Küchleinwiege gebracht.
Bei der Verabschiedung können wir noch etwas von der Kehrseite der Geflügelzucht kennen lernen. Ein Küchlein ist während des Tages verunglückt. Ein anderes sieht ganz wie ein Todeskandidat aus. Es steht abseits und sieht sehr betrippt aus. Das ist ein schlechtes Zeichen für ein Küchlein, namentlich wenn es dabei die Flügel hängen läßt.
Onkel Althaus will noch einen Rettungsversuch machen und schiebt das Küchlein einer Glucke unter. Vielleicht rettet ihm die Wärme das Leben.
[151]. Warum brauchen die Hühner sandigen Boden?
Es wäre verfehlt, Hühnerzucht auf moorigem Boden zu errichten. Ebenso ist ein Untergrund von Ton sehr nachteilig, da er den Abfluß des Unrates verhindert. Fester Lehmboden hindert am Scharren, was die Hühner unbedingt brauchen.
Sandiger Boden ist deshalb für die Hühner notwendig, weil sie ihn zu ihrer Lebensweise brauchen. Erstens können sie scharren, zweitens können sie sich paddeln, d. h. durch Sandbäder sich vom Ungeziefer befreien, und drittens finden sie Sandkörner für ihren Magen. Sehr viele Vögel brauchen als Ersatz für die fehlenden Zähne Sandkörner oder kleine Steine zum Zerreiben des im Magen befindlichen Futters.