Unser Haushuhn stammt, wie schon erwähnt wurde, aus Ostindien. Einzelne Rassen sind bereits in vorgeschichtlicher Zeit nach Westasien und Europa gelangt.

Die deutschen Hühnerrassen sind teils aus den alten deutschen Landhühnern, teils durch Kreuzungen mit anderen Rassen entstanden. Jede Rasse hatte ihr Heimatsgebiet in einem bestimmten Teile unseres Vaterlandes. Hier seien erwähnt: die Westfälischen Totleger, die Lakenfelder, die Ostfriesischen Möwen, die Ramelsloher, die Thüringer Bausbäckchen, die Bergischen Kräher usw.

Von ausländischen Rassen haben auf uns die Italiener den größten Einfluß ausgeübt. Sie haben unsere heimischen Rassen fast gänzlich verdrängt. Der Hahn und die Hühner auf dem Kohlenplatz waren ebenfalls Italiener. Sie legen fleißig, brüten aber schlecht. Viel Eier legen und gut brüten ist überhaupt selten vereinigt. Als Fleischhuhn ist der Italiener nicht viel wert. Eine andere sehr stattliche Rasse des Mittelländischen Meeres sind die Spanier.

Frankreich liefert vortreffliche Masthühner, beispielsweise die Le Mans, England ebenso in den Dorkings. Berühmt sind auch die englischen Hamburger, die ursprünglich deutsche Hühner waren, und sich durch fleißiges Legen auszeichnen. Es seien noch erwähnt die englischen Orpington, die amerikanischen Plymouth Rocks und die schon genannten Wyandottes, die Mechelner Kuckuckhühner, die in Belgien gezüchtet werden, und die Siebenbürger Nackthälse.

Wahre Riesen der Hühnerwelt sind die Kotschinchina und die Brahmaputra. Umgekehrt sind die Zwerghühner, wie schon ihr Name sagt, sehr klein, z. B. die Silber- und Goldbantam. Eine besondere Stellung unter den Hühnerrassen nehmen die Haubenhühner ein, z. B. die Holländer, Paduaner, Houdans usw.

Das Huhn ist bereits nach einigen Monaten ausgewachsen. Die Brutzeit dauert gewöhnlich 21 Tage, bei kaltem Wetter etwas länger. Einer großen Henne kann man 15 Eier unterlegen, einer kleineren etwa ein Dutzend. Auf einen Hahn rechnet man 10 bis 15 Hennen.

Es wurde bereits erwähnt, daß Krankheiten und Seuchen namentlich dann sehr gefährlich auftreten, wenn ein großer Hühnerbestand vorhanden ist.

[153]. Das Huhn in Redensarten und Sprichwörtern.

Bereits erklärt wurden: Eine blinde Henne findet auch ein Korn, mit den Hühnern zu Bett gehen, Frau Kratzefuß, Kratzfüße machen, den Schnabel halten und die Bezeichnung Hühnerkieke.

Jeder Hahn ist König auf seinem Miste.