Die Erklärung liegt darin, daß wir deshalb oft Pflegemütter wählen, weil sie als Brüterinnen und Führerinnen ausgezeichnete Dienste leisten. So ist die Pute wegen dieser Eigenschaften berühmt, und erst vor einigen Tagen sah ich in Berlin eine Pute junge Enten führen. Die Ente läßt auf diesem Gebiete häufig zu wünschen übrig.
Sodann will die Mutterente ihre Jungen zum Wasser führen. Hat man auf oder bei seinem Gehöft einen Graben oder Teich, so ist das sehr schön. Häufig ist das nicht der Fall, und dann ist eine Glucke ganz am Platze.
Der Mangel an Wasser schadet Enten, die man mästen will, nichts. Dagegen würden Zuchtenten ohne Wasser nicht gedeihen.
[174]. Die Rassen der Ente.
Besonders große Entenrassen sind die Rouen-Ente, die gemästet über 10 Pfund schwer wird, ferner die Aylesbury- und die Peking-Ente. Kleiner ist die indische Laufente, die aber eine fleißige Eierlegerin ist und es auf 150 Eier im Jahre bringt.
Die Brutzeit dauert 28 Tage oder einige Tage weniger. Zur Zucht gebraucht man Enten bis zum fünften Jahre, obwohl sie noch länger legen.
Junge Enten wachsen, wie wir an den Wildenten sehen, sehr schnell heran und können in 10 bis 12 Wochen mastreif sein.
Die Ente wird als gefiedertes Schwein bezeichnet, weil sie alles frißt. Wir haben bereits beim Schwein hervorgehoben, daß diese Redensart etwas übertrieben ist. Richtig ist, daß ihr Speisezettel sehr reichhaltig ist. Die Wildente frißt Sämereien, Knollen, Blätter, ferner Insekten, Würmer, Weichtiere und Reptilien. Fische fängt sie wohl nur durch Zufall, da sie zum Fischen nicht passend gebaut ist. Desto eifriger ist sie nach dem Laich der Fische, wie schon erwähnt wurde. Die Hausente frißt außerdem Hausabfälle, Kartoffeln, Fleisch usw.
Mit dem Schwein teilt die Ente den Vorzug, daß ihr Fleisch immer Abnehmer findet, und daß ihre Zucht überhaupt verhältnismäßig lohnend ist.