Die Wildente wird es besser wissen als wir, weshalb sie die Nacht zur eigentlichen Fütterung wählt.

Wahrscheinlich ist der Grund folgender. Seeadler, Adler, Wanderfalk und Habicht sind, wie wir wissen, eifrige Feinde der Wildente. Diese Feinde sind Tagraubvögel, die am Tage tätig sind, aber nicht in der Nacht. Die hauptsächlichste Rettung der Ente liegt in der Flucht, auf dem Wasser in ihrem Tauchen. Je voller sich die Ente gefressen hat, desto schlechter fliegt und taucht sie, und um so leichter wird sie gefangen.

Die Ente frißt gern viel. So läuft sie also Gefahr, wenn sie am Tage reichlich gefressen hat, von ihren Hauptfeinden erbeutet zu werden.

In der Nacht braucht sie diese nicht zu fürchten. Da kommen als Feinde nur die großen Eulen, also namentlich der Uhu, in Betracht. Angenommen, daß dieser von dem Schwarm der Enten, die sich zur Nachtzeit irgendwo gesammelt haben, eine fängt, so ist das weiter kein Unglück.

Uebrigens sieht man dem Auge der Ente auch äußerlich an, daß es an die Augen der Dunkelheitsseher, der Nachtigallen, Schnepfen und anderer Vögel erinnert, während die Augen der Hühner, als ausgesprochener Helligkeitsseher, ganz anders aussehen.

[173]. Warum läßt man Enteneier durch Hühner ausbrüten?

Unsere Hausente ist größer, stärker und fetter geworden als ihre Vorfahren. Dafür kann sie nicht mehr wie diese auf den Grund der Gewässer tauchen, auch kann sie nicht annähernd so gut wie diese fliegen.

Wir folgen der Einladung eines Bekannten im Vorort, um uns seine Enten anzusehen. Beim Eintritt in sein Gehöft bemerken wir eine Glucke, die ängstlich am Rande eines kleinen Pfuhles herumläuft und fortwährend Lockrufe ausstößt, während die jungen Entlein unbekümmert um die Angst ihrer Pflegemutter lustig umherschwimmen.

Weshalb läßt der Mensch die Enteneier durch eine Henne ausbrüten? Ist das nicht grundverkehrt? Die Ente liebt die Nässe, während das Huhn sie haßt.