Auch die Schwäne im Zoologischen Garten erfreuen uns durch ihre schöne weiße Gestalt, die so vortrefflich in den Rahmen eines stillen, verträumten Weihers paßt.

Warum haben die Schwäne einen so langen Hals? Diese Frage kann man oft hören. Ich glaube, sie muß in folgender Weise beantwortet werden:

Einmal muß jedes Tier so gebaut sein, daß es mit seinen Reinigungsmitteln zu jedem Körperteil gelangen kann. Da der Vogel die Reinigung mit dem Schnabel besorgt, so braucht der Schwan, um zu dem äußersten Teil des Rückens zu gelangen, schon deshalb einen langen Hals.

Sodann kommt die Nahrungsmittelverteilung hinzu. Wenn alle Pflanzenfresser dasselbe fressen würden, so wäre der Streit unter ihnen noch größer, als er ohnehin schon ist. Aus diesem Grunde sind sie verschieden groß gebaut. Der kleine Hase kann, selbst wenn er sich aufrichtet, nicht dahin reichen, wo das Reh bequem fressen kann. Dagegen kann das Reh die Stellen nicht erreichen, die dem größeren Hirsch zugänglich sind.

Wie Hase, Reh und Hirsch über dem Boden, so unterscheiden sich Schwimmente, Gans und Schwan unter dem Wasser. Die Gans kann beim Gründeln solche Stellen erreichen, wohin die Ente nicht gelangt. Und wiederum kann der Schwan noch weiter reichen als die Gans.

Die Wildente kann wohl auf den Grund des Gewässers tauchen, und tut das auch oft. Aber beim Gründeln sieht man Enten, Gänse und Schwäne nicht tauchen. Das dürfte sich nur aus der Nahrungsmittelverteilung erklären.

Der Schwan ist noch mehr Pflanzenfresser als Gans und Ente. Im Frühjahr quakende Frösche läßt er, wovon ich mich oft überzeugen konnte, ganz unbehelligt.

Seine Hauptfeinde, Adler und Uhu, sind jetzt bei uns fast ausgerottet. Vor ihnen flüchtete er ins Schilf. Manchmal kommt es noch vor, daß ihn ein Fuchs abwürgt, wenn er im Winter im Eise festgefroren ist. Unter gewöhnlichen Umständen dürfte ein Fuchs einem gesunden Schwan nicht viel anhaben können, da er sich mit seinen gewaltigen Flügelschlägen gut verteidigen kann.

Der Schwan nistet im Frühjahr. Nach einer Brutzeit von 35 bis 42 Tagen schlüpfen die Jungen aus. Die Anzahl der Eier beträgt sechs bis acht.