Um uns einen Bienenstock anzusehen, wollen wir wieder unsern alten Bekannten, Herrn Böhm, aufsuchen, der ein erfahrener Bienenwirt ist und verschiedene Bienenstöcke hat.

Herr Böhm, der uns freundlich begrüßt, erzählt uns, daß er auf ein Schwärmen der Bienen für den heutigen Tag rechnet oder es vielmehr befürchtet. Er erklärt uns nämlich, daß er ein solches Schwärmen durchaus nicht wünscht. Er hat, wie er uns erzählt, früher gewöhnliche deutsche Bienen gehabt, aber fast alle infolge von Seuchen verloren. Jetzt hat er Heidebienen, die sowieso gern schwärmen. Durch das zu häufige Schwärmen wird das Volk zu sehr geschwächt. Man schätzt die Anzahl eines Volkes auf 30- bis 60000 Stück. Selbstverständlich kann man bei einem Volke nicht jede Biene einzeln zählen. Das wäre ein sehr mühsames Geschäft. Obendrein müßte man auf zahlreiche Stiche gefaßt sein. Dagegen kann man einen Schwarm, den man in einem Behälter gefangen oder »eingeschlagen« hat, wiegen. Zieht man das Gewicht des Behälters ab und wiegt man eine kleine Anzahl von Bienen, so kann man ungefähr feststellen, wie groß die Zahl eines Volkes ist.

Die Ansicht des Herrn Böhm steht also im Widerspruch mit der landläufigen, wonach, da wir noch im Mai stehen, das Schwärmen ein großer Vorteil ist. Denn ein alter Spruch sagt:

Ein Schwarm im Mai

gilt ein Fuder Heu;

Ein Schwarm im Jun',

ein fettes Huhn;

Ein Schwarm im Jul',

kein Federspul'.

Der Widerspruch ist aber nur scheinbar, denn für schwarmwütige Völker paßt der Vers vom Mai überhaupt nicht.