Die Biene gehört zu den Insekten und zwar zu der Ordnung der Hautflügler. Das Bienenvolk besteht außer den geschlechtslosen Arbeiterinnen aus Drohnen und der Königin. Die Königin ist größer und hat einen längeren Hinterleib. Sie sorgt mit den Drohnen für die Fortpflanzung des Volkes, indem sie einige Tage nach dem Ausschlüpfen ihren Hochzeitsflug unternimmt, auf dem sie befruchtet wird. Sie legt Eier, und zwar entstehen aus den befruchteten Eiern Arbeiterinnen und Königinnen, aus den unbefruchteten Eiern Drohnen. Es wird je ein Ei in eine Zelle gelegt – gestiftet, wie der Imker sagt – und zwar kann die Königin in vierundzwanzig Stunden bis zu 3000 Stück Eier legen.
Die Königin ist also der Mittelpunkt des Ganzen. Schwärmende Bienen lassen sich ruhig einfangen, wenn die Königin dabei ist. Andernfalls fliegen sie fort.
Nach drei Tagen schlüpfen aus den Eiern Larven, die später Bienen werden. Die Entwicklungszeit der Königin dauert 16, die der Arbeitsbienen 21, die der Drohnen 24 Tage.
Die Königin kann 5 Jahre alt werden, die Arbeitsbienen leben, wie schon erwähnt wurde, nur etwa 6 Wochen. Ausnahmen bilden die im Herbste erbrüteten Bienen, die den Winter überdauern. Die Drohnen sterben im August in der sogen. Drohnenschlacht.
Die ganze Arbeitslast des Bienenvolkes wird von den verkümmerten Weibchen geleistet, die deshalb Arbeiterinnen heißen. Sie füttern die Brut, sie lecken den Blumennektar auf, der sich in ihrem Magen in Honig verwandelt, und tragen ihn in die Zellen ein. Nicht so gut ist der Honig von Blattläusen. Die Hinterbeine der Arbeitsbienen sind mit Körbchen und Bürstchen ausgestattet, mittels deren sie den Blütenstaub zu den Zellen bringen und dort abfegen. Zum Stopfen der Ritzen tragen sie Harz oder Stopfwachs ein, das sie von den Knospen der Kastanien und anderer Bäume holen.
Die Arbeitsbienen bauen die Zellen aus Wachs, das sie aus den Leibesringen ausschwitzen. Die Zellen werden wagrecht auf der Mittelwand der Wabe errichtet, die ihrerseits stets senkrecht steht. Die Zelle zur Ausbrütung der Königin ist besonders groß und eichelförmig.
Sehr wichtig ist es, daß bei dem Nichtvorhandensein einer Königin aus der Larve einer Arbeiterin durch besonders reichliche Fütterung eine neue Königin erzogen werden kann.
Es wurde bereits erwähnt, daß die sechseckige Form der Zellen von jeher das Erstaunen der Menschen erregt hat. Die meisten erblicken darin einen Beweis der besonderen Klugheit der Bienen. Andere behaupten dagegen, daß hiervon keine Rede sein könne. Denn aus dem gemeinsamen Bauen der Bienen ergebe sich mit Notwendigkeit diese Form.
Die Waben der heutigen Imker sind häufig beweglich. Herr Böhm nimmt sie heraus und zeigt sie uns. Das ist nicht immer der Fall gewesen, wie wir schon eingangs erwähnt haben. Ursprünglich ließ man die Bienen in ausgehöhlten Baumstämmen, sogen. Klotzbeuten, hausen. Noch heute gibt es in Westpreußen Beutekiefern. Zu einem wirklichen Haustier aber ist die Biene erst durch die bewegliche Wabe geworden, die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Dzierzon und Berlepsch erfunden wurde.