Da die Pferde gewöhnlich angeschirrt sind, so sind sie wehrlos den Stichen der Bienen preisgegeben.
Die Bienen haben allen Grund, auf den Bären erbost zu sein. Ein Deutscher, der ein Menschenalter hindurch in Rußland Oberförster war, schildert die Angriffe des Bären auf Bienenstöcke in folgender Weise:
In Rußland hat gewöhnlich jeder Buschwächter einige Bienenstöcke, die im Laufe des Sommers auf großen, alten Kiefern angebracht werden, wo sie bis zum Spätherbst bleiben. Findet nun Meister Petz zufällig einen Baum und merkt, daß da oben etwas zu holen ist, so steigt er hinauf und fängt an, den Bienenstock zu bearbeiten, und wirtschaftet so lange, bis er ihn entweder öffnet oder losreißt und vom Baume wirft. Obgleich der ganze Bienenschwarm über ihn herfällt, kümmert er sich wenig darum, denn durch seinen Pelz dringt wohl selten ein fühlbarer Stich, die Augen drückt er zu, und über die Nase fährt er mit der Pranke; also arbeitet er unter dem Gesumme der Bienen, ohne besonders belästigt zu werden. Hat nun der Bär einmal den Honig geschmeckt, dann wehe allen Bienenstöcken, wenn er sie ausfindig macht. So lautet der Bericht unseres Gewährsmannes.
Der Name Honigbär für unseren braunen Bären ist also ganz zutreffend. Die Bienen sind machtlos gegen ihn, da er seine empfindliche Nase durch die vorgehaltene Pranke schützt.
Es kann also leicht sein, daß die Bienen das Pferd mit ihrem Erzfeinde, dem Bären, verwechseln. Dann wäre die Tötung von Pferden durch Bienen erklärlich.
Es würde sich für alle Pferdebesitzer daraus der wichtige Rat ergeben, vor Bienenstöcken lieber einen kleinen Umweg zu machen.
[205]. Die Biene in Redensarten und Sprichwörtern.
Erwähnt wurde bereits, daß die alten Deutschen die Biene einen wilden Wurm nannten. Ebenso ist der Spruch über das Schwärmen in den verschiedenen Monaten wiedergegeben. Sonst ist noch die Redensart üblich:
Der Bien muß.