Bei Landleuten hört man auf Grund dieser auffallenden Erscheinung vielfach die Ansicht, daß Katzenhaare giftig seien. Das ist entschieden ein Irrtum. Denn Hunde, die beim Raufen mit Katzen das ganze Maul voll Katzenhaare bekommen, erleiden keinen Nachteil davon. Auch werden Katzenfelle in Unmenge getragen, ohne daß man von einem gesundheitlichen Schaden hört. Im Gegenteil: Katzenfelle gelten als vortreffliches Mittel gegen allerlei Krankheiten.
Uebrigens sind die Fliegen auch ganz verschieden zudringlich zu zwei anderen Haustieren, nämlich Kühen und Ziegen. Der Kuhstall wimmelt von Fliegen, während sich im Ziegenstalle nur wenige aufhalten.
Wegen der Feinheit ihrer Haare scheint das Wasser sehr schnell auf die Haut der Katzen zu gelangen. Der Hund dagegen, der sein Naturhaar besitzt, kann stundenlang im Regen weilen, ohne im gleichen Grade durchnäßt zu werden, da ihn die Unterwolle schützt.
Hiermit steht im Einklang, daß alle Katzen es vermeiden, bei Regenwetter ins Freie zu gehen. Während ein abgehärteter Hund sich nicht durch einen strömenden Regen abhalten läßt, seinen Herrn zu begleiten, sucht die Katze ein schützendes Obdach. Auch unser August ist wie alle Katzen kein Freund von Regen.
Die Katze kann wohl schwimmen, aber sie tut es nur im Notfalle, denn sobald sie aus dem Wasser kommt, sieht sie wirklich wie eine »gebadete Katze« aus.
Von den vielen Beobachtungen auf diesem Gebiete fällt mir gerade folgende ein. Im Schilfe eines Sees zeterte und verfolgte sich ein Vogelpärchen. Die Katze von einem benachbarten Besitzer hörte das und dachte sich: Halt, hier kannst du dir wohl einen leckeren Braten holen.
Mieze kam also ganz leise angeschlichen und wartete, bis die Vögel nahe genug geflogen waren. Dann sauste sie mit einem Sprunge durch die Luft. Doch die Vögel hatten im letzten Augenblick die drohende Gefahr erkannt und sich eiligst davongemacht. Mieze konnte mit ihren Pranken keinen von ihnen fassen und fiel in den See, der ihre Jagdleidenschaft etwas abkühlte. Der Anblick der zurückkehrenden Katze mit ihrem betrübten Gesicht wegen des fehlgeschlagenen Unternehmens und mit dem pitschenassen Felle ist mir heute noch gewärtig.
Einen untrüglichen Beweis, daß Dauerregen sehr nachteilig auf Katzen wirkt, liefern uns Länder, die wie Paraguay andauernde Regenzeiten haben. Es ist in diesen Ländern bekannt, daß verwilderte Katzen während dieser Zeit sterben.
Uebrigens gibt es auch bei andern Völkern Haustiere, die sehr empfindlich gegen Nässe sind, z. B. das Kamel. Ein Freund von mir, der während des Weltkrieges im Orient tätig war, erzählte mir, daß man von dieser Eigentümlichkeit der Kamele keine Ahnung gehabt hat und sie deshalb in bester Absicht in die Schwemme getrieben habe. Die Wirkung sei verheerend gewesen, denn etwa die Hälfte der Kamele sei daran gestorben.
Das Kamel stammt aus Gegenden, wo es fast niemals regnet. Wasser am Körper ist ihm deshalb sehr nachteilig.