Köstlich war es auch, die allzeit lustigen Pferde auf dem Hippodrom zu tummeln, das sich zu Füßen eines ernst dreinblickenden Wachtturmes hinter den blühenden und duftenden Büschen von Beni Mora ausdehnt.

Das Allerschönste aber waren die Ritte ohne Ziel, hinaus in die ungemessene Weite. Welch ein Hochgenuß lag darin, welch ein wundervolles Gefühl der Freiheit, des Losgelöstseins!

Und es war, als ob die Tiere dasselbe empfanden. Unruhigen Schrittes gingen sie, blähten die Nüstern, streckten die Hälse, als ob die Ferne sie anzöge. Ein Zungenschlag, und sie sausten dahin wie die Windsbraut, kaum den Boden mit den Hufen berührend, flogen, bis ihnen fast der Atem verging. Immer weiter, weiter! Dem Punkte zu, wo Erde und Horizont sich einen. Es kostete stets einen energischen Entschluß, umzukehren und den Rückweg anzutreten.

Aber schließlich, was hinderte uns denn daran, eine größere, längere Tour in die Wüste zu unternehmen? Eine Tour, auf der es vorwärts, immer wieder vorwärts ging! Ein verführerischer Gedanke, der allmählich festere Gestalt gewann. Und eines schönen Tages war es eine beschlossene Sache: wir würden eine Reise in die Wüste machen.

Eine freudige Erregung hatte sich unser aller bemächtigt. Jussuf war glücklich! Selbst der Gedanke an die Trennung von seiner jungen, schönen Frau konnte seine Freude nicht trüben. Denn er liebte die Wüste fast noch mehr als das Weib.

Und nun fingen die Beratungen an. Was gab es da alles zu bedenken und zu erwägen! Eine lange Liste wurde aufgesetzt, von den Zelten und deren Einrichtung angefangen bis zu den letzten Küchenutensilien, die man unbedingt zu benötigen glaubte. Diese Liste wurde Jussuf ausgehändigt, der hoch und heilig versprach, alles aufs beste zu besorgen.

Während der nächsten Tage sahen wir nicht viel von ihm. Er war immer beschäftigt, immer unterwegs. Er war eine begehrte Persönlichkeit geworden. Überall hatte sich unsere Absicht herumgesprochen, und Jussuf wurde nicht müde, Freund und Fremden Red' und Antwort darüber zu stehen.

Inzwischen widmeten wir uns den Einkäufen, die das Küchendepartement betrafen. Mit kolossalem, durch keine Sachkenntnis getrübtem Eifer suchten wir alle die schönen Dinge aus, die uns unterwegs vor Hunger und Durst schützen sollten. Im Geiste sahen wir schon die leckeren Gerichte, die Salem, der bereits engagierte Koch, herstellen würde.