[120] Den regen Betrieb veranschaulicht uns auch Cicero ad Atticum 2, 12: Cicero reist eben über Land und hat auf der uns bekannten Station Tres Tabernae schon frühmorgens einen Brief an Atticus abgehen lassen. Als er nach Forum Appi kommt, ist es immer noch Vormittag; da schreibt er abermals an ihn und erzählt nun: „eben war ich in Tres Tabernae angelangt, da läuft Curio (ein guter Bekannter), der aus Rom kommt, mir entgegen, und gleich kommt da auch dein Diener mit den Briefen von dir an. Erst höre ich den Curio erzählen; politische Neuigkeiten: „weißt du’s noch nicht? Publius will Tribun werden.“ „Und was macht Caesar?“ und so fort. Ich umarme ihn, entlasse ihn und reiße sofort deine Briefe auf; sie melden dasselbe.“ Diesen Brief kann Cicero nun aber nicht gleich an Atticus abgehen lassen; ein Bote fehlt, und er wird erst am folgenden Tag abgeschickt (Riepl, S. 259).

[121] Riepl, S. 280 f.

[122] Riepl, S. 309.

[123] Cassius Dio 63, 114.

[124] Cicero ad fam. VIII, 1.

[125] Die acta diurna hießen auch acta urbana, weil nämlich nur Dinge der Hauptstadt darin standen, sie hießen auch acta publica, sofern sie unter Aufsicht des Staates redigiert wurden.

[126] In des Tacitus Zeit wurden die Senatsakten freilich nicht mehr vollständig, sondern nur in Auswahl publiziert, aber ihm, als Senator, standen die vollständigen Verhandlungsberichte ohne Frage zur Verfügung.

[127] Auffällig ist auch, daß diese Akta nie mit Buchzählung zitiert werden, welche doch, falls eine Unzahl von Buchrollen, die die Jahrgänge enthielten, sich ansammelte, unerläßlich war. Daß wir sie nie als Jahrgänge, d. h. nach dem Jahr ihres Erscheinens zitiert finden, erklärt sich schon daraus, daß das Altertum eine Jahreszählung überhaupt nicht hatte.

[128] Philostrat, Apollonius von Tyana VII, 16.

[129] Vegetius de re militari V, 9.