Kein Mensch gibt mehr Kredit in Rom,
Als unser Cordus gibt.
„Er ist doch arm. Wie macht er das?“
Ein Blinder ist’s, der liebt.
Alles das könnte auch ebenso noch heute gelten. Aber weiter. Soll ich aus der Fülle noch ein paar Themen auf gut Glück, wie die Zettel aus der Urne, herausgreifen? Über Standesunterschiede im Liebesverkehr (III, 33); von unfähigen Advokaten (VIII, 7); von Emporkömmlingen, die groß tun, bald ist es ein Schuster, bald ein Schneidermeister (IX, 73; III, 18); vom Schulmeister, der mit der Rute fuchtelt (IX, 68) und dem Glück der sommerlichen Schulferien (X, 62); von Bauwut (IX, 46) und sonstiger lächerlicher Verschwendung (VIII, 5; VII, 98); den Toilettenmitteln der Römerinnen (IX, 37). Dazu der sonderbare Mamurra, der in allen Läden stundenlang herumsteht, um mit Kennermiene die Kostbarkeiten zu betrachten, aber gar nichts kauft (IX, 59); Hermogenes, offenbar ein Mensch aus guter Familie, der die Manie hat, überall die Tischservietten zu stehlen (XII, 29). Dazu ein gewisser Klytus, der an Habgier leidet und es verstanden hat, im letzten Jahr achtmal seinen Geburtstag zu feiern, weil es da Geschenke regnet; Martial sagt mit Recht: Auf diese Weise, junger Mensch, wirst du früh zum Greise; denn so wirst du jedes Jahr gleich 8 Jahre älter, ein Neunjähriger kann so schon gleich zweiundsiebzig werden. Auch der Barbier gibt endlich ein nettes Thema. Die Barbiere hatten im Altertum noch keine Seife und mußten sich abmühen, um alle Haare gründlich wegzunehmen. Da kommt der Rasierjunge; er hat ein so glattes Gesicht; aber während der endlos langen Arbeit, die er verrichtet, wächst ihm selbst ein Bart (XI, 84 und VIII, 52).
Doch des Aufzählens genug. Hören wir lieber den Dichter selber. Cinna ist unleidlich, weil er in den Gesellschaften immer so leise spricht:
I, 89:
Alles schwatzt du heimlich uns ins Ohr,
Cinna, was jeder hören darf im Kreise,
Lachst mir ins Ohr, weinst, schimpfst mir ins Ohr, du Tor,