Bei dem goklenischen Sorites fallen diejenigen Schlußsätze aus, welche in dem folgenden Syllogismus Obersätze werden, es wird von den höheren Begriffen zu den niederen weitergegangen, er hat also folgende Form:
| Obersatz | C ist D | der Zufriedene ist glücklich |
| Untersatz | B ist C | der Anspruchslose ist zufrieden |
| (Schlußsatz | B ist D) | |
| (Obersatz | B ist D) | |
| Untersatz | A ist B | der Tugendhafte ist anspruchslos |
| Schlußsatz | A ist D | der Tugendhafte ist glücklich. |
§ 60. Fehlschlüsse und Trugschlüsse.
Ein unrichtiger Schluß wird Fehlschluß (paralogismus) genannt, wenn er auf Irrtum beruht, Trugschluß (sophisma), wenn er aus der Absicht, zu täuschen, hervorging.
Solche Schlußfehler beruhen teils auf einer Mißachtung der Gesetze des Schließens, insbesondere der für die Schlußfiguren geltenden Regeln, teils auf der Mehrdeutigkeit eines Begriffs, besonders des Mittelbegriffs. Es sind dann statt der drei Begriffe vier, aus denen der Schluß gezogen wird (quaternio terminorum).
Von den folgenden Beispielen enthält 1. und 5. Fehler gegen die Gesetze des Schließens, 2. 3. 4. eine quaternio terminorum, 6. und 7. eine sophistische Verwendung des Dilemmas.
1.
| Der Kaukasier hat Menschenrechte | |
| Der Neger ist kein Kaukasier | |
| Folglich hat er keine Menschenrechte. |
2.