»Das is viel ... un dich mit?«
»Mich zuerst.«
»Das is recht. Denn wenn du nur erst recht zerrieben un recht mürbe bist, dann wirst du wohl wieder zu Verstande kommen.«
»Nie.«
»Man muß nie ›nie‹ sagen, Korinna. Das war ein Hauptsatz von Schmolke. Un das muß wahr sein, ich habe noch jedesmal gefunden, wenn einer ›nie‹ sagte, dann is es immer dicht vorm Umkippen. Un ich wollte, daß es mit dir auch so wäre.«
Korinna seufzte.
»Sieh’, Korinna, du weißt, daß ich immer dagegen war. Denn es is ja doch ganz klar, daß du deinen Vetter Marcell heiraten mußt.«
»Liebe Schmolke, nur kein Wort von dem.«
»Ja, das kennt man, das ist das Unrechtsgefühl. Aber ich will nichts weiter sagen un will nur sagen, was ich schon gesagt habe, daß ich immer dagegen war, ich meine gegen Leopold, un daß ich einen Schreck kriegte, als du mir’s sagtest. Aber als du mir dann sagtest, daß die Kommerzienrätin sich ärgern würde, da gönnt ich’s ihr un dachte, ›warum nich? Warum soll es nich gehn? Un wenn der Leopold auch bloß ein Wickelkind is, Korinnchen wird ihn schon aufpäppeln und ihn zu Kräften bringen‹. Ja, Korinna, so dacht’ ich un hab’ es dir auch gesagt. Aber es war ein schlechter Gedanke, denn man soll seinen Mitmenschen nich ärgern, auch wenn man ihn nich leiden kann, un was mir zuerst kam, der Schreck über deine Verlobung, das war doch das richtige. Du mußt einen klugen Mann haben, einen, der eigentlich klüger ist, als du — du bist übrigens gar nich mal so klug — un der was Männliches hat, so wie Schmolke, un vor dem du Respekt hast. Un vor Leopold kannst du keinen Respekt haben. Liebst du’n denn noch immer?«
»Ach, ich denke ja gar nicht dran, liebe Schmolke.«