Rasumofsky hatte seinen sentimentalen Tag und sagte: Jott, Herr Leutnant, wann werden wir wieder den ersten Preuß’schen Kaffe trinken? Mit Weihnachten wird es nichts.
Nein, Rasumofsky, auf Ostern müssen wir uns gefaßt machen. Vielleicht sehn wir hier noch den Flieder blühn.
Ach, Herr Leutnant, hier blüht ja gar kein Flieder nich.
Aber Rasumofsky, Sie werden doch diesen Gegenden, die dicht an der Grenze des Mandelbaums und der Goldorange liegen, nicht den landesüblichen blauen Flieder absprechen wollen?
Ich glaube hier gar nichts mehr. Die Franzosen lügen alle. Wer weiß wo wir hier sind? Sie können sich gar nicht denken, Herr Leutnant, was die armen Kerls drüben frieren. Ich glaube, wir sind hier gar nicht südlich.
Na, Rasumofsky, da können Sie sich nun auf mich verlassen. Funfzehn Meilen von Bordeaux. Da hilft alles nichts, Geographie und Karten, damit wissen wir Bescheid.
Er nickte zustimmend.
Und am Ende, so fuhr ich fort, Ostern oder nicht, ich kann es so schlimm hier nicht finden. Rasumofsky, ich sage Ihnen, alle Dinge haben zwei Seiten.
Er nickte wieder.
Sehen Sie, es ist jetzt halb zwei; vor einer Viertelstunde erst hab ich mein Beefsteak gegessen und schon halt’ ich hier ein Glas guten Javakaffee in Händen. Glauben Sie, Rasumofsky, daß man das haben kann, wenn man frei ist? Gott bewahre. So ’was hat man nur in Gefangenschaft.