Die Geyersburg liegt 3½ km gegen Osten von Graupen entfernt. Aussichtsreicher Weg am Berghang. Intr. Ruinenstätte über welche viele Sagen im Volk lebendig sind. Aussicht oben verwachsen, doch thuen sich öfter Blicke auf historische Stätten auf. 1040 schlugen hier Kaiser Heinrichs Mannen den Herzog Bretislav von Böhmen. Am 11. Febr. 1126 kämpften Lothar I. und Sobeslav I. von Böhmen gegen einander. Nach Aussig zu liegen die blutgetränkten Felder, auf denen am 14. Juni 1426 die Hussiten die Meissner schlugen. Das Schlachtfeld bedeckten 23 000 Leichname. Gegen Kulm hin sind die Denkmäler der Kulmer Schlacht sichtbar. Siehe [Seite 20].

Mariaschein. 2 km von Graupen. 1240 Einw. Anker. Zum Bleileben. Grosses Jesuitenkloster mit weithin leuchtenden Dächern. 22 Patres mit über 200 Zöglingen. Grössere wissenschaftliche Sammlungen für Lehrzwecke, auf Ersuchen zugänglich. In der Klosterkirche, die zugleich berühmte Wallfahrtskirche ist, ein wunderthätiges Marienbild, zu welchem aus Schlesien und Böhmen, aber besonders aus der Sächs. und Preuss. Lausitz viele Gläubige (zahlreiche Wenden) Wallfahrten veranstalten. Zu Pfingsten, Mariageburt und an einigen Heiligentagen gleicht der Ort einem Messplatz. Im Kreuzgang viele kunstlose Wandgemälde, doch intr. durch seltsame Geschichtsauffassung. Das Mariabild ist von Thon. Man erzählt von ihm eine merkwürdige Fluchtgeschichte zwischen Graupen und Mariaschein. Ein Mädchen, von einer Schlange gebissen, soll um Hilfe gerufen haben und diese erschien in Form eines Muttergottesbildes, das eine Nonne vor den Hussiten in einer nahen Linde verborgen hatte. Die Bürger von Graupen trugen das Bild im Triumph nach ihrer Stadtkirche, aber dreimal kehrte dasselbe bei nächtlicher Weile nach der Linde zurück. Hierauf sei nun eine Kapelle erbaut worden, welche endlich dem Bild als dauernde Wohnung convenirte. Das heutige Jesuitenkloster hat das Gut Sobochleben im Besitz.

Man fährt von Graupen mit Dampf oder geht über Probstau (S. 27) und Weisskirchlitz ([S. 27]) nach Teplitz. Den Bahnhof Graupen-Rosenthal erreicht man von Graupen aus auf dem Ave-Mariasteig.

Teplitz siehe [Seite 21].

3. Dresden-Mügeln (12 km). Dohna (3 km). Weesenstein (3 km). Glashütte (12 km). Bärenstein (8 km). Lauenstein (3 km). Mückenthürmchen (9 km). Teplitz (12 km).

Nach Mügeln mit Dampf. Von hier bis Glashütte Post oder auch billigen Stellwagen. Mügeln liegt am Einfluss der rothen Müglitz in die Elbe, deren rothgefärbte Gewässer (durch die Zinnwäschen bei Altenberg) noch lange in der Elbe sichtbar sind. Auf der Höhe über Mügeln liegt Grosssedlitz mit seinem grossen altfranz. Park. Kolossale Schnitthecken. Erotische Skulpturen. Bassins. Der Umweg dahin beträgt 2 km. Man geht dann nicht die Strasse sondern über die Höhe nach Köttewitz und trifft in Weesenstein wieder mit der Strasse zusammen.

Dohna lassen flüchtige Wanderer links oben am Thalhang liegen. 2000 Einw. Das Schiesshaus steht inmitten der alten berüchtigten Veste Dohna, von der nur noch karge Ueberreste vorhanden. 1402 lag Burggraf Jeschke von Dohna fast mit der ganzen Ritterschaft der Umgebung in hartem Zwist, bis ihn Markgraf Wilhelm von Meissen vertrieb und seine Burg einäscherte. In der Stadtkirche sehenswerter goth. Altar mit Figuren von Semper restaurirt.

Wir gehen im schönen Müglitzthale aufwärts nach Wesenstein. Ein Fusspfad, vom Gebirgsverein angelegt, geht auch ab Dohna über die Höhen dahin. Weigand's Gasthof dicht am Schloss mit schattigem Garten. Das merkwürdig gruppirte, malerische Schloss mit mancherlei Sehenswürdigkeiten ist Eigenthum des Prinzen Georg, Herzogs zu Sachsen. Meldung beim Schlossverwalter. Die Gebäude sind in einer Weise übereinander gesetzt, dass sie im Innern wie ein einziger Bau von 8 Stockwerken erscheinen. In die Belletage steigt man hinab, in die Keller hinauf. Die Pferdeställe liegen im dritten Geschoss. Viele Andenken an König Johann, der hier öfter literarischen Arbeiten oblag. Ueber 800 fürstliche Portraits, darunter solche von Meisterhänden. Uralte Gewölbe aus romanischer Zeit. Folterkammer, in Sachsen einzig in ihrer Art. Schöner Schlosspark. König Albert verlebte hier zumeist seine Knabenjahre. Zum Pavillon 1 km stark bergauf. Beliebter Aussichtspunkt auf das stille Oertchen mit dem Schloss und auf das Elbthal. Näheres siehe Gampe's Weesenstein. Dresden, Bleyl und Kaemmerer.

Anmerkung. 5 km oberhalb Weesenstein liegt rechts an der Strasse der Rabenhorst, eine imposante Felspartie. Pfade führen hinauf nach Maxen. Rittergut mit Schlosspark. Am 17. Nov. 1759 trug sich hier der Finkenfang zu. General Fink wurde mit seinen 13 000 Preussen vom östr. General Daun gefangen genommen. In der Nähe Kalkbrüche. (Maxener Marmor.) Der Umweg beträgt 4 km.