Bei weiterem Vordringen im Thal berühren wir Schlottwitz. Links der Todtenstein. (An der Neumühle Achate, Amethyste, Jaspis, Hornblende.) Vor Glashütte bei der Krugmühle eine Felspartie, Wittichs Schloss genannt, wo im 15. Jahrh. ein Wegelagerer Namens Wittich gehaust haben soll.
Glashütte. Post. Stadt Dresden. 2000 Einw. In einem Seitenthale der Müglitz gelegen. Eine Glashütte war nie hier, der Name entstammt den Glaserzen (Eisenerze), die hier gefunden wurden. Glashütte ist der Sitz einer hochberühmten Uhrenindustrie. Die Uhrmacherschule zählt gegen 40 Schüler. Das Hauptverdienst fällt dem Uhrmacher Adolph Lange zu († 1875). Derselbe errang im Ausland mehrfach erste Preise und auf dessen eisern-solide Geschäftsprinzipien stützt sich die ganze Glashütter Uhrenindustrie. Auch andere inventiöse Apparate, Rechenmaschinen, Telegraphen, Instrumente etc. werden hier gebaut. Der Ort hat ein freundliches, gefälliges Aussehen. Die Kirche, 1535 erbaut, enthält vier gute Oelgemälde und einige ältere Glasmalereien.
Die gewundene Strasse führt uns zwischen herrlichen Thalgehängen aufwärts nach Bärenstein, der kleinsten Stadt Sachsens. 660 Einw. Das Schloss mit dicken runden Thürmen und hübschen Parkanlagen gehört dem Major von Lüttichau. Zwischen Bärenstein und Lauenstein kommt das Altenberger Wasser herab, das die Müglitz roth färbt.
Lauenstein. Stadt Teplitz. Gold. Löwe. 470 m. 860 Einw. Das ältere Lauensteiner Schloss liegt in Ruinen. Am neueren gefällige altdeutsche Giebel. Die Kirche besuche man um eines figurenreichen Denkmals willen, das einem Günther von Bünau gewidmet ist. Die Sandsteinarbeiten, von Lorenz Hornung in Pirna gefertigt, sind vorzüglich ausgeführt. Mehrere Hundert Figuren. Der Altaraufsatz ist gleichfalls bemerkenswerth.
Man bleibt nun entweder im Thal und geht über Gottgetreu und Müglitz zum Mückenthürmchen, oder man wählt den Weg über Löwenhain und Fürstenwalde. Weit verstreutes Gebirgsdorf mit 600 Einw. Die Kirche enthält ein altes Marienbild, zu welchem, obgleich die Kirche protestantisch ist, viele Katholiken am Feste Maria Heimsuchung wallfahrten und dort nach Beendigung des protestantischen Gottesdienstes unbehelligt ihre Gebete verrichten. Am Altar ausserdem Statuen der Heiligen Christoph, Nicolaus und Donatus.
Mückenthürmchen und weiter nach Teplitz siehe Tour 2, [Seite 28].
4. Dresden-Niedersedlitz (9 km). Lockwitz (2 km). Bad Kreischa (6 km). Reinhardsgrimma (7 km). Luchau (4 km). Johnsbach bis zur Kirche (4 km). Hirschsprung (6 km). Altenberg (2 km). Geising (2 km). Fürstenau-Mückenthürmchen (7 km).
Diese Tour empfiehlt sich für Wanderer, welche freie, aussichtsreiche Höhen den Thalwanderungen an der Müglitz oder Weisseritz vorziehen. Man benutzt bis Niedersedlitz die Bahn. Lockwitz, stattliches Dorf am Eingang der Strasse in den Lockwitzgrund. Adams Gartenrest. 1460 Einw. Schloss der Familie Kap-herr.
Anmerkung. 2 km von hier gegen Wölkau zu liegt der schöne neue Sandsteinbau, der Lugthurm, inmitten hübscher Anlagen, errichtet von der Section des Gebirgsvereins der Sächs.-Böhm. Schweiz Niedersedlitz. Sommerrest. Panorama käuflich. Sehr schöne Aussicht auf das weite Elbthal, wie auf die Tafelberge der Sächs. Schweiz.
Im Thalzug aufwärts gelangen wir nach Bad Kreischa im gleichnamigen Kirchdorfe. 2000 Einw. Das Bad ist in eine Heilanstalt für Nervenleidende umgewandelt worden. Ein Gasthof ist damit verbunden. Im Süden 3½ km entfernt liegt rechts unserer Tour der basaltische Wilisch. 476 m. Ein Aussichtsthurm ist projectirt, ohne welchen der Berg touristisch werthlos bleiben würde, weil der Gipfel völlig verwachsen. Der Basaltkegel gewährte sonst eine grosse Fernsicht über das Elbthal, die Sächs. Schweiz und das Erzgebirge.