Das Eisenwerk ist seit 1823 eingegangen und der Staat kaufte die dazu gehörigen ausgedehnten Forsten an, wobei der Baumstamm auf 3 Pf. zu stehen kam. 1830 half ein Verein von Menschenfreunden den der Armuth verfallenen Einwohnern durch die Einführung der Uhrenfabrikation auf. Man baut jetzt mit gutem Erfolg allerhand Uhren, kostbar und gering, gross und klein, von der Damenuhr bis zur Thurmuhr. Auch eine Actiengesellschaft hat sich hier etablirt und betreibt dieselbe Industrie. Von technischem Interesse ist die Herstellung gewöhnlicher Uhren-Gewichtketten durch Maschinen. Nach Carlsfeld nennt sich auch die Familie Schnorr von Carolsfeld, welcher der grosse Bibelillustrator angehört.
Anmerkung. Die Weiterwanderung im einsamen Wiltzschthal hinab hat seine eigenartigen Reize. Ebenso einsam und reizvoll durch unabsehbaren Wald ist der Pfad über einen 895 m hohen Bergrücken nach Morgenröthe, das im schönen Thale der Pyra liegt. Höchst malerischer Punkt. Bei dem Lattermann'schen Hammerwerk Morgenröthe befindet sich ein Forsthaus, Forellenzucht und ein kleiner Wildpark. Im Pyrathal entlang gehend, kommen wir nach Rautenkranz. Siehe [Seite 135]. Die Weglänge Karlsfeld-Morgenröthe-Rautenkranz beträgt 9 km.
Der Tour treu gehen wir von Eibenstock nach Schönheide. Unterwegs imposante Granitpartien an der Strasse und unten an der Mulde. Das Hammerwerk Schönheide gehört einem Herrn von Querfurt. Durch das Hammerwerk lässt sich die bedeutende Krümmung der Strasse nach Schönheide abschneiden.
Schönheide. Bairischer Hof. Rest. zum Rathhaus. Gambrinus. Centralhalle. 5500 Einw. 578 m ü. M. Tambourirstickerei. Weberei. Sammetstickerei und Handschuhnäherei. Bedeutend ist die Schönheider Pinsel-, Bürsten- und Kehrbesenfabrikation. Man kennt etwa 150 Sorten Pinsel, 500 Sorten Bürsten und 50 Sorten Kehrbesen. Der Vertrieb geschieht in der Hauptsache jetzt kaufmännisch, doch ziehen noch immer viele Bürstenhändler, die als ein lustiges Völkchen des Erzgebirges gelten, von Schönheide in die Welt hinaus und vertreiben ihre Waaren im Hausirhandel.
Ueber dem Dörfchen Neuheide liegt der Kuhberg. 784 m ü. M. Freie und isolirte Bergkuppe mit einem Aussichtsthurm vom Schönheider Gebirgsverein errichtet, der nach dem hohen Protector des Erzgebirgsvereins Prinz-Georgsthurm getauft wurde. Man übersieht von hier so ziemlich das ganze Voigtland, dahinter taucht das fränkische Gebirge auf, näher liegen die ungeheuren Waldungen des Kammes, ferner übersehen wir das Centralgebirge mit Keil- und Fichtelberg und seinen Basaltkegeln und die Abdachung des Gebirges bis gegen Zwickau hinab. Auch die Unterstandshütte ist ein Werk des Schönheider Gebirgsvereins.
Anmerkung. Ein lohnender Ausflug ab Schönheide ist auch nach dem Laubberg. 708 m ü. M. Vom Gasthof 5½ km. Auch Schnarrtanne, ein weitzerstreutes Dorf, in der Nähe des Laubbergs, gewährt von den oberen Häusern aus ein herrliches Panorama auf das Voigtland mit seinen Städten, Dörfern, Flussthälern und Riesenbrücken. Vom Laubberg schöner Weg nach Bad Reiboldsgrün 2 km. (Siehe [Seite 135].)
Haben wir den Kuhberg besucht, schreiten wir direct hinab nach Rothenkirchen, Bärenwalde und Hartmannsdorf. Die Weglänge bis Kirchberg beträgt 13½ km. Davon sind 9 km ununterbrochen mit Häusern besetzt.
Kirchberg. Zum Rathhaus. Deutsches Haus. Zum Brühl. Restaurant zur Post. 6600 Einw. 355 m ü. M. Anmuthig am Berghang gelegene Industriestadt. Tuchfabriken. Lebhafter Verkehr. Auf den Höhen in der Nähe gefällige Umschau auf Stadt und Umgebung.
Von hier am Kippenberger Bach abwärts nach Station Wilkau und zurück nach Zwickau.
53. Zwickau-Schneeberg (per Bahn 32½ km, von Wiesenburg ab zu Fuss 10 km). Aue (5 km). Flossgrabentour-Blauenthal (12 km). Eibenstock (neue Strasse 4½, alte 3 km). Schönheide (5 km). Rautenkranz (8 km). Reiboldsgrün (4½ km). Auerbach (5 km). Lengenfeld (8 km). Zwickau (23 km).