Mit Bahn nach Schneeberg oder doch bis Wiesenburg. Von hier führt die Silberstrasse nach Schneeberg. Von Oberweissbach lohnt sich ein Abstecher nach den Hirschenstein. Man geht von Oberweissbach durch den Wiesenburger Wald; eine schnurgerade Schneusse führt auf den 605 m hohen Gipfel (3 km). Sehr schöne Aussicht auf die Abdachung, wie auf das Centralgebirge des Erzgebirges.
Vom Gipfel des Berges nach Lindenau und über Neustädtl nach Schneeberg.
Anmerkung. Eine andere Version ist Eisenbahnfahrt von Zwickau nach Stein. Von hier nach den Ruinen der Isenburg (2½ km) und durch den Poppenwald nach Niederschlema 2 km. (Aussichtsreicher Arminiatempel.) Von hier am grossen Blaufarbenwerk vorüber nach Oberschlema und Schneeberg.
Schneeberg. Sächs. Haus. Fürstenhaus. Stadt Leipzig. Sonne. Rest. zur Himmelsleiter. Siegels Rest. Rathskeller. Grüne Laube. Petersens Gartenrest. 7642 Einw. Am Rathhaus 466 m ü. M. Die Stadt verdankt ihren Namen dem Schneeberg, auf dessen Rücken sie äusserst malerisch ausgebreitet liegt. Spitzenhandel und Klöppelei. Weisswaarenfabrikation und Stickerei. Für feinste Stickerei und für Klöppelei bestehen Fachschulen. Fabrikation von Puppen und Tuchschuhen. Der Bergbau, einst der reichste im Lande, begnügt sich, seit die reichen Silberadern erschöpft sind, mit Kobalt und Wismuth, doch ist er noch immer nicht unbedeutend. In der Georgenzeche speiste Albrecht der Beherzte am 23. April 1477 auf einer Erzstufe, welche 80,000 Mark im Werth hatte; Reste davon zeigt man noch heut im mineralogischen Museum zu Dresden.
Schneeberg ist Vorort des Vereins für Touristik im Erzgebirge, der seit seinem kurzen Bestehen durch Erschliessung neuer Aussichtspunkte und anderer touristisch-werthvoller Neuerungen alle Freunde des Erzgebirges sich zu Dank verpflichtete. Derselbe zählt 21 Zweigvereine mit 1418 Mitgliedern. Vorsitzender Seminaroberlehrer Dr. Köhler.
Die Schneeberger Kirche, die umfänglichste Kirche Sachsens, wurde von 1516 bis 1540 in spätgothischem Style erbaut. Den Hauptaltar verschleppten 1633 kaiserliche Soldaten nach Prag, doch erlangte ihn Kurfürst Johann Georg 1649 durch den westphälischen Frieden wieder zurück.
In einer künstlerisch sterilen Zeit (1705) wurde dieser Altar, der schon nach der Reformation manches Schmuckes beraubt worden war, durch den »Kunstmaler« Böhm erneuert, nur das Mittelbild blieb damals erhalten; eine historisch-treue Renovation ist projectirt, stösst aber auf Hindernisse. Ausserdem alte Gemälde, Fresken, Schnitzwerke. Inter. Begräbnisskapellen um den Altar. Der Taufstein ist aus Crottendorfer Marmor gemeisselt. Auf dem Thurm 159 Ctr. schwere Glocke, die Donnerglocke genannt; schöne Aussicht von hier auf Stadt und Umgebung.
Sehenswerth sind das Kriegerdenkmal auf dem Markt und ferner das Simon'sche Haus, auf dessen Dach eine Bildsäule, ein Mann, der unter jedem Arm ein Brod trägt. Während einer Theurung (1771–73) soll das ansehnliche Gebäude um 2 Brode verkauft worden sein. In der Realschule naturhistorisches Museum, Sonntags von 11 bis 12 Uhr geöffnet. Von dem schlossähnlichen Seminar prächtige Aussicht auf die weite, äusserst bewegte Umgebung Schneebergs.
Neustädtl, die angrenzende Schwesterstadt Schneebergs, zählt 3549 Einw. und betreibt Bergbau und dieselben Industrien wie Schneeberg.