Königsberg-Mariakulm. Königsberg gruppirt sich malerisch um eine grosse doppelthürmige Kirche. (Gasth. zur Krone). Das Kloster Mariakulm, auf dem Kulmberg gelegen, beherrscht das ganze weite Egerland und gewährt überaus fesselnde Landschaftsbilder. Grosse Wallfahrtskirche, zu der namentlich Wallfahrer aus Bayern und dem Innern Böhmens herbeiströmen. Neben der Marienkapelle liegt die Räuberhöhle mit schrecklichen Knochenüberresten, an welche sich eine bekannte Sage von der wunderbaren Bekehrung der Räuber knüpft, der sich auch die Volkstheater vielfach bemächtigt haben.

Die Bahn gelangt nun in das Falkenauer Kohlenbecken nach Falkenau, wo sich die Zwota in die Eger ergiesst.

Falkenau. Post. Weisser Löwe. Anker. Hübsches Schloss mit Garten. 6000 Einw. 396 m ü. M. Betreibt Kohlenbergbau. In der Umgebung viel Hopfenbau. Göthe beschreibt die Gegend schon als eine höchst anmuthige.

Von Station Ellbogen-Neusattel führt ein 3 km langer Zweigtract an die Stadt Ellbogen.

Ellbogen. Weisses Rössel. Hirsch. Scheerbaums Gasth. 3300 Einw. Die Stadt liegt malerisch auf einem mächtigen Granitfelsen, den die Eger in Form eines Ellenbogens umschäumt, was der Stadt den merkwürdigen Namen gegeben haben soll. Schloss Ellbogen ist bereits im Jahre 807 begründet worden, die Stadt ist gleichfalls im 9. Jahrh. entstanden. Im Schloss hielten die böhmischen Stände einst den König Wenzel gefangen. Altersgraue Mauern, Zinnen und Thürme umgeben die romantische Stadt. Die Kettenbrücke über die Eger wurde bereits 1836 vollendet. Im Rathhaus liegt noch ein Stück von dem sogenannten verwünschten Markgrafen, einem Meteorstein, der in Ellbogen niederfiel; er wog 276 Pfd. (Die Hauptmasse ist in Wien, das Ellbogener Stück wiegt 36 Pfd.) In der Stadtkirche interessirt ein Altarbild, welches die Ermordung des heil. Wenzeslav durch seinen Bruder Boleslav I. darstellt. Dieser Mord vollzog sich 936 am Altar der Kirche zu Altbunzlau.

Unsere Weiterfahrt zeigt uns links das massige Erzgebirge mit seinen höchsten Erhebungen, dem Keil- und Fichtelberg und rechts das Mittelgebirge und das Egerthal.

Karlsbad siehe [Seite 99].

60. Plauen-Eger (über Adorf Voitersreuth und Franzensbad 76 km). Marienbad (32 km). Stift Tepl (17 km). Karlsbad (48 km).

Bis Eger siehe Tour 59.

Die Bahn überschreitet hinter Eger bei Pograth die Wondreb, einen starken Zufluss der Eger. Im Städtchen Sandau, das wir passiren, Papiermachéindustrie.