Am Ring liegt auch das Riedel'sche Haus mit seinem alten durchbrochenen Giebel. Hier speiste einst Kaiser Karl V., im Stadthause finden sich noch Zeichnungen des ehemals glänzenden Speisesaals. Das Haus No. 17 neben dem Rathhaus schmückt folgende Inschrift: »In diesem Hause wohnte im Jahre 1791 Friedrich von Schiller behufs seiner Studien zur Wallensteintriologie.«
Mitten auf dem Ring der Ringbrunnen mit beachtenswerthen Figuren. Im Garten des Hotels Kronprinz Rudolph ein Götheobelisk. Der grosse Dichter verkehrte hier öfter mit dem Rath Grüner.
Die Stadtkirche soll 1111 fertig gestellt worden sein und ihr Uebergangsstyl aus dem Romanischen ins Gothische spricht für jene Bauzeit. Die Thürme entstammen dem 15. Jahrh. Im Innern 15 Altäre, welche mit Reliquien (Skeletten) und Gemälden reich ausgestattet sind. Am Hochaltar Gemälde die »Geburt Christi«, links davon »Christus am Kreuz« von Albrecht Dürer. Der Kreuzgang mit seinen 14 Stationen enthält ebenfalls Reliquien (Skelette von Heiligen).
Die Franziskanerkirche, in der die letzten 6 Mönche des ehemals grossen Franziskanerklosters ihren Gottesdienst abhalten, enthält 11 Altäre. Am Hauptaltar »Maria Verkündigung«. Das Masswerk in den 24 Fenstern des Kreuzganges verdient Beachtung wegen seines unerschöpflichen Reichthums in Anwendung der Kleeblattmotive.
Die Kirche zu St. Clara neben dem Kloster gehört einem Brauhaus und wird als Lagerraum benutzt. Bemerkenswerth ist darin ein sehr schöner gothischer Chor.
Das Schloss zu Eger ist eine historisch und baulich hochinteressante Ruine. (Führung 30 bis 50 Kr.) Sie liegt dicht über der Eger auf einem schroffen Felsen und bringt mit ihrem schwarzen massigen Thurm einen imposanten Eindruck hervor. Dieser Thurm, aus Lavablöcken vom Kammerbühl erbaut, soll ein Römerbau sein, doch dürfte das trotz seines augenscheinlich hohen Alters anzuzweifeln sein. Der Ziegelaufsatz rührt von französischen Kriegsvölkern her. An der Schlossruine selbst interessiren zumeist die wohlerhaltenen romanischen Fensteröffnungen des Banketsaales, in dem die Verbündeten Wallensteins, die Generale (Illo, Terzky etc.) beim Banket überfallen und ermordet wurden. Ein sehr interessantes historisches Architekturstück ist die Schlosskapelle, eine Doppelkapelle, deren unterer Theil dem schweren massigen romanischen Baustyl und der obere der formenreicheren Gothik angehört. Das untere Gewölbe tragen 4 colossale Granitsäulen, das obere stützt sich auf 4 Marmorsäulen. (In dieser Kapelle ward Kaiser Friedrich Barbarossa mit Adelheid von Vohburg, seiner ersten Gattin, vermählt.) Die Anlagen auf dem Schlosswall sind besonders anmuthig durch fesselnde Blicke hinab ins Egerthal.
Das Rudolfineum nennt sich ein moderner grosser städtischer Schulbau mit sehr vielen Namensinschriften berühmter Männer.
Kleine lohnende Ausflüge. Nach dem Siechenhaus und der St. Annakapelle. Am Siechenhaus Rest. zum Jägerhaus (2½ km). Wird sowohl von den Bewohnern Egers als von den Franzensbader Badegästen stark frequentirt. 1½ km vom Siechenhaus liegt die St. Annakapelle an der Strasse nach Wunsiedel mit herrlicher Fernsicht auf das Egerland, den Abhang des Erzgebirgs, dem Duppauer Gebirge und dem Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf, dem Schneeberg, dem Waldstein und der Kösseine. Andere beliebte Ausflüge sind nach Wiess und nach Waldruh-Schlindelshau, beide im Heiligenkreuzwald an der bairischen Grenze gelegen (5 km). Reizende Punkte.
Die Bahn windet sich von Eger durch das flache, von Bergen eingerahmte Egerland an Stat. Mostau-Stebanitz vorüber nach dem Egerfluss und geht zwischen dem auffälligen Städtchen Königsberg und dem stolzen Kloster Mariakulm hindurch.